Stand: 05.07.2026 • 05:44 Uhr
Das Altersvorsorgedepot soll das Rentensystem entlasten und für viele Menschen zugänglich sein. Doch Experten bezweifeln, dass mit dem neuen Depot soziale Gerechtigkeit hergestellt wird.
Mit dem Altersvorsorgedepot will die Bundesregierung die private Altersvorsorge reformieren: Statt wie bisher in klassische Versicherungsprodukte einzuzahlen - wie das etwa bei der Riester-Rente der Fall war - sollen Menschen in Zukunft direkt am Kapitalmarkt investieren können und beispielsweise Fonds oder ETFs kaufen. Und der Staat fördert das Ganze.
Diese Reform ist kulturell bedeutsam: Deutschland gilt traditionell als Land der Sparer, nicht der Investoren. Viele Menschen sehen Aktien bis heute eher skeptisch: zu riskant, zu spekulativ, einfach unsicher. Auch das soll das Altersvorsorgedepot ändern: Es soll die sogenannte "Aktienkultur" stärken, sodass dann mehr Menschen anfangen, am Kapitalmarkt zu investieren.
Immerhin bringen aktienbasierte Anlagen historisch gesehen langfristig höhere Erträge als klassische Versicherungsprodukte. Gerade junge Menschen könnten profitieren, wenn sie früh mit dem Sparen in ETFs anfangen. Aber das bedeutet auch: Mehr Eigenverantwortung und mehr Risiko als bei bisherigen staatlichen Altersvorsorgeprodukten. Die große Frage ist also: Kann ein politisches Instrument wirklich das Anlageverhalten einer ganzen Gesellschaft verändern?








