Nach Veröffentlichung der Podcastfolge, in der der Dokumentarfilmer Stephan Lamby, RND-Chefredakteurin Eva Quadbeck und Kristina Dunz aus dem RND-Hauptstadtbüro miteinander sprechen, widersprach der Axel-Springer-Verlag scharf. Die Unterstellung, Döpfner habe den Kanzler zu einer Zusammenarbeit mit der AfD gedrängt, sei eine »glatte Lüge«. Der kolportierte Gesprächsverlauf kursiere schon seit November 2025 in Berliner Journalistenkreisen. In einer weiteren X-Botschaft machte Springer die entsprechende SMS öffentlich.

In einer ersten Klarstellung am Donnerstag räumte RND-Chefredakteurin Quadbeck ein, man habe im Podcast ein Gespräch zeitlich falsch zugeordnet.Auch Vizeregierungssprecher Sebastian Hille hatte auf die Frage, ob es das Treffen von Merz und Döpfner im Kanzleramt gegeben und ob Döpfner wirklich Merz gedroht habe, zunächst in der Bundespressekonferenz nur zwei Worte übrig: »absurde Gerüchte«.Inzwischen hat laut RND allerdings Regierungssprecher Stefan Kornelius bestätigt, dass es »in diesem Frühjahr« ein Gespräch zwischen dem Kanzler und Döpfner gegeben habe. Die Wiedergabe des Gesprächs im Podcast sei allerdings laut Kornelius »nicht korrekt«.

In einer überarbeiteten Version ihrer Klarstellung – nun »Richtigstellung« betitelt – räumt Eva Quadbeck am Samstag ein, man habe keine weiteren Quellen und Belege für die im Podcast verbreiteten Aussagen von Merz und Döpfner gefunden. Die bisherigen Quellen bleiben zwar bei ihrer Darstellung zum Dissens um die Brandmauer zur AfD.Ohne weitere Bestätigung aber hätte man »den Verdacht, Merz und Döpfner hätten sich wörtlich so geäußert, wie in unserem Podcast gesendet, nicht verbreiten dürfen«, so die RND-Chefredakteurin. Das Döpfner zugeschriebene Zitat sei zudem Grundlage dafür gewesen, dass im Podcast gemutmaßt wurde, es könne eine Bedrohung von Döpfner gegen Merz gegeben haben. »Auch die Mutmaßungen hätten wir nicht anstellen dürfen«, so Quadbeck: »Diesen Fehler bedauern wir.«