Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll Anfang dieses Jahres den einflussreichen Springer-Chef Mathias Döpfner im Kanzleramt zu einem Vieraugengespräch getroffen haben. Inhalt der angeblichen Unterredung: Das kategorische Festhalten des Kanzlers und seiner Partei an der Brandmauer zur AfD. Vorneweg: Das Gespräch soll alsbald eskaliert sein.Das jedenfalls behaupten Hauptstadtjournalistinnen und Hauptstadtjournalisten des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) in dem Polit-Podcast „Wenn Sie wüssten...wie die Regierung hinter den Kulissen tickt.“ Darin unterhalten sich die stellvertretende Leiterin des RND-Hauptstadtbüros, Kristina Dunz, sowie RND-Chefredakteurin und Leiterin des Hauptstadtbüros, Eva Quadbeck, mit dem Dokumentarfilmer Stephan Lamby über Ereignisse und Gerüchte im aufgeregten Berliner Politbetrieb.Offensichtlich handelt es sich hier um eine lange geplante und gezielt betriebene Rufmordkampagne gegen Mathias Döpfner.Statement des Axel-Springer-VerlagsThema der jüngsten Ausgabe: Der angebliche Streit zwischen dem mächtigsten Politiker des Landes und dem mächtigsten Medienmanager Deutschlands. Sie sollen sich uneins sein über den Umgang mit der Alternative für Deutschland (AfD). Aus dem Büro geschmissen? Döpfner soll in dem Gespräch dafür plädiert haben, die von der Union propagierte Politik der Ausgrenzung der wählerstarken AfD zu überdenken. Der Medienmanager soll unzufrieden mit dem Reformtempo von Schwarz-Rot sein. Die strikte Brandmauer zur AfD verunmögliche stabile Regierungsbildungen, blockiere das Land und bringe die stotternde Wirtschaft nicht in Schwung. „Nur über meine Leiche“ – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. © dpa/Michael Kappeler Döpfner soll Merz dazu aufgefordert haben, so heißt es im RND-Podcast, sich für eine Kooperation mit der AfD zu öffnen. Die Polit-Journalistinnen und -Journalisten zitieren dann Merz aus dem Gespräch sehr konkret.„Das wird nicht passieren“, soll der Kanzler Döpfner unmissverständlich klar gemacht haben. „Nur über meine Leiche.“ Nachdem der Springer-Chef nicht locker gelassen habe, sei die Stimmung gekippt. „Hiermit ist unser Gespräch beendet“ – mit diesen Worten soll der CDU-Chef den Medienmanager unsanft aus seinem Büro bugsiert haben. Worauf der 63-jährige Springer-Chef unmissverständlich gedroht habe: „Das werden Sie noch bereuen!“Auf eine Anfrage des Tagesspiegels verweist der Springer-Konzern auf ein Statement des Axel-Springer-Verlags, das über die Plattform X veröffentlicht wurde.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Die im Podcast getätigte Behauptung, Döpfner habe Merz zu einer Zusammenarbeit mit der AfD gedrängt, sei „eine glatte Lüge“. Inhalt und Verlauf des Gespräches seien „frei erfunden“. Axel Springer kommt zum Schluss: „Offensichtlich handelt es sich hier um eine lange geplante und gezielt betriebene Rufmordkampagne gegen Mathias Döpfner.“Der Tagesspiegel konnte die in dem Podcast aufgestellten Behauptungen nicht verifizieren. Regierungssprecher Stefan Kornelius wollte gegenüber dem RND keine konkreten Aussagen tätigen. Unabhängig davon, ob das Gespräch stattgefunden habe oder nicht, „wir können den Termin weder bestätigen noch dementieren.“Ich werde, auch wenn ich mittlerweile sogar aus einzelnen Verlagshäusern dazu aufgefordert werde, eine andere Mehrheit im Deutschen Bundestag nicht suchen.Friedrich Merz (CDU), BundeskanzlerDamit wird das Treffen von beiden Seiten nicht per se bestritten. Dass sich Merz offenbar von Medienhäusern dazu gedrängt sieht, seine Haltung gegenüber der AfD zu überdenken, machte der 70-Jährige im März öffentlich deutlich. Einen Tag nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg, wo die CDU knapp gegen die Grünen unterlegen war, ging er am 9. März bei einer Pressekonferenz auch auf die AfD ein.„Erlauben Sie mir, den Hinweis zu geben“, sagte Merz: „Ich werde, auch wenn ich mittlerweile sogar aus einzelnen Verlagshäusern dazu aufgefordert werde, eine andere Mehrheit im Deutschen Bundestag nicht suchen. Ich werde es nicht tun. Eine Zusammenarbeit mit der AfD kommt in Baden-Württemberg so wenig infrage wie in Berlin.“ Dann fügte Merz hinzu: „Und all diese Avancen können sich diese Damen und Herren sparen. Wir werden mit dieser Partei nicht zusammenarbeiten. Punkt.“Gut möglich, dass die Brandmauer-Debatte bald schon neuen Schwung erhält. Sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch in Sachsen-Anhalt, wo im September Landtagswahlen anstehen, dürfte die AfD – Stand jetzt – stärkste Kraft werden. Regierungsbildungen an der AfD vorbei werden verkompliziert. Dann kommen Fragen rund um die Brandmauer und die Strategie im Umgang mit der AfD von Neuem auf.
Treffen zwischen Springer-Chef und Kanzler: Ist es zwischen Döpfner und Merz eskaliert?
Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner soll Bundeskanzler Friedrich Merz dazu gedrängt haben, die Brandmauer zur AfD einzureißen. Der Springer-Chef spricht von Rufmord.






