Die Macher und Macherinnen des Podcasts „Wenn Sie wüssten…“ des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) haben sich für Teile ihrer ersten Folge entschuldigt. Sie hätten den Verdacht, Bundeskanzler Friedrich Merz und Springer-Chef Mathias Döpfner hätten sich „wörtlich so geäußert, wie in unserem Podcast gesendet, nicht verbreiten dürfen“, sagte der Journalist Stephan Lamby in der zweiten Folge.In dem Beitrag wurde über ein Vier-Augen-Gespräch von Merz und Döpfner Anfang dieses Jahres im Kanzleramt berichtet, bei dem es demnach in der Frage des Umgangs mit der AfD zu einem schweren Zerwürfnis gekommen sein soll. Springer und das Kanzleramt hatten dieser Darstellung umgehend widersprochen. Daraufhin reagierte das RND erst mit einer Klar- und dann mit einer Richtigstellung.Lamby sagte nun, auch die Mutmaßung, es könne eine Bedrohung von Döpfner gegen Merz gegeben haben, hätte man nicht anstellen dürfen. „Diesen Fehler bedauern wir, und wir möchten Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, um Entschuldigung bitten.“Der Verdacht, Döpfner habe Merz dazu bewegen wollen, mit der AfD zusammenzuarbeiten, bleibt bestehen.RND-Journalist Stephan LambyAn anderen Rechercheergebnissen halten die Podcast-Macher fest. „Der Verdacht, Döpfner habe Merz dazu bewegen wollen, mit der AfD zusammenzuarbeiten, bleibt bestehen“, sagte Lamby. RND-Chefredakteurin Eva Quadbeck sprach davon, dass sich Union und Kanzleramt von dem Medienhaus Axel Springer „unter Druck gesetzt sehen, die Brandmauer zur AfD einzureißen“. Die Vize-Chefin des RND in Berlin, Kristina Dunz, sagte: „Der Kern unserer Recherche aus der vergangenen Woche bleibt bestehen.“Nach der ersten Folge hatte das Medienhaus Axel Springer die Schilderung als „glatte Lüge“ zurückgewiesen. Zu den Äußerungen in der zweiten Podcastfolge wollte sich Springer auf Anfrage am Dienstag nicht äußern.Die Bundesregierung hatte am Freitag bestätigt, dass es im Frühjahr 2026 ein Gespräch zwischen dem Bundeskanzler und dem Vorstandsvorsitzenden von Axel Springer gab. „Über die Inhalte des Gesprächs wurde Vertraulichkeit vereinbart“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Daran halte man sich auch weiterhin, allerdings müsse man angesichts der Spekulationen feststellen, dass die Wiedergabe des Gesprächs nicht korrekt sei. (dpa)