Hat Springer-Chef Döpfner versucht, den Kanzler über die Brandmauer nach rechts zu schubsen? Überraschend wäre das nicht. Aber wem nützt das Gerücht?
M it dem Einreißen von Mauern kennen sie sich bei Axel Springer aus. Der Medienkonzern, der die „DDR“ immer in Anführungszeiten schrieb, hat mit all seinen Zeitungen gegen die Mauer in Berlin angeschrieben und sie nach eigenem Verständnis sozusagen höchstpersönlich abgetragen.
Pünktlich zur Präsentation des Reformpakets der Bundesregierung, das für Friedrich Merz (CDU) ein Befreiungsschlag aus der Talsohle seiner Kanzlerschaft werden soll, steht jetzt eine andere Mauer mitten im mildhysterischen Tagesgeschäft der Berliner Republik.
Springers Vorstandchef Mathias Döpfner soll, so stellte es der neue Podcast „Wenn Sie wüssten …“ des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) diese Woche dar, zu Jahresanfang bei „Klartext-Kanzler“ Friedrich Merz höchstpersönlich einmarschiert sein und in einem oder mehreren Gesprächen ebenfalls Klartext gesprochen haben: Die Brandmauer gegen die AfD muss weg!
Allerdings sollte auch das „Gespräch“ hier besser in Anführungszeichen geschrieben werden, denn beide Seiten dementieren energisch. Im Podcast berichten RND-Chefredakteurin Eva Quadbeck und der Dokumentarfilmer Stephan Lamby aber jedenfalls von einer Begegnung, bei der Merz mit Sätzen wie „Nur über meine Leiche“ reagiert haben soll. Das Gespräch habe im Streit geendet, Döpfner habe am Ende gedroht, das werde Merz bereuen. Springer nennt das Ganze eine „glatte Lüge“, und auch die Bundesregierung spricht von „absurden Gerüchten“.









