Der 4th of July 2026 ist für viele kein Grund zum Feiern. Die Gründerväter wussten, dass es harte Arbeit für die Verwirklichung ihrer Ideale braucht.
W enn man heute ältere Amerikaner fragt, woran sie sich am besten erinnern, wenn sie an die 200-Jahr-Feier der Unabhängigkeitserklärung vor 50 Jahren denken, dann werden einige vielleicht die Segelregatta historischer Schiffe im New Yorker Hafen nennen, die Feuerwerke in Washington über dem Potomac oder sogar die ordentliche, wenn auch nicht glänzende Rede des Übergangspräsidenten Gerald Ford. Sehr viele, wenn nicht gar die meisten erinnern sich jedoch an das Album und die Tournee des Comedians Richard Pryor mit dem Titel „The Bicentennial Nigger“.
Kern der Tour war Pryors Satire einer schwarzen Predigt zum 200. Geburtstag der Nation. Der Prediger der Kirche „des Verständnisses und der Einheit“ verkündet in festlichem Ton die Zusammenkunft zur Feier von „200 Jahren, in denen weiße Leute uns in den Arsch treten“. Sein Festgebet ist dann auch: „Lieber Gott, sag uns doch: Wie lange noch? Wie lange, bis dieser Bullshit zu Ende ist?“ Pryor wird heute dafür gewürdigt, dass er als einer der Ersten das Genre der Comedy politisiert hat und dabei bittere Wahrheiten über Amerika aussprach, die so bislang niemand zu artikulieren wagte.










