In der Lebensmitte fühlen sich viele Menschen so unglücklich wie in keiner anderen Phase – das Phänomen der Midlife-Crisis ist daher immer noch hochaktuell. Lynda Gratton ist Professorin an der London Business School und forscht zur Zukunft der Arbeit. Sie hat Fast Company Einblicke in ihre Arbeit gegeben und erklärt, wie Menschen diese herausfordernde Zeit überwinden können.Anzeige

Menschen sind mit Mitte 40 am unglücklichsten

Laut einer Studie von Swiss Life leiden 82 Prozent der Deutschen regelmäßig unter stressbedingten Beschwerden. Aktuell steht dabei vor allem die Gen Z im Fokus, aber auch Menschen in ihren Vierzigern und Fünfzigern, die sich mitten in ihrer Karriere befinden, fühlen sich oft übermäßig belastet. In dieser Lebensphase kümmern sich viele gleichzeitig um älter werdende Eltern und kleine Kinder – und tragen währenddessen auch an der Arbeit eine hohe Verantwortung. Da die Lebenserwartung und damit auch der zu erwartende Renteneintritt steigt, haben viele zu diesem Zeitpunkt aber noch einen langen Arbeitsweg vor sich.

„Aus Glücksdaten wissen wir, dass das einige der unglücklichsten Jahrzehnte sein können”, sagt Gratton. Damit bezieht sie sich auf Forschungen wie die des Wirtschaftsprofessors David Blanchflower vom Dartmouth College. Er fand heraus, dass die wahrgenommene Lebenszufriedenheit im Alter von 47,2 Jahren ihren Tiefpunkt erreicht. In ihrer eigenen Forschung stellte Gratton fest, dass Menschen in diesem Alter ihre Karriere oft nur noch schleppend vorantreiben. Ihr Alltag werde von Entscheidungen bestimmt, die sie Jahrzehnte zuvor getroffen haben. „Die Menschen haben das Gefühl, als hätten sie an einem Wettlauf teilgenommen. Sie haben ihr Ziel erreicht, sind am Ende ihrer Kräfte … und stellen dennoch fest, dass noch ein weiterer Wettlauf vor ihnen liegt, den sie nicht erwartet hatten“, so Gratton.Anzeige