Rösti wehrt sich gegen scharfe Kritik Zürichs am BahnausbauDie Vorwürfe, wichtige Ergänzungsbauten seien vergessen worden, sind gemäss dem Verkehrsdepartement unbegründet. Dieses will bald ein Fahrplankonzept definieren.04.07.2026, 12.28 Uhr3 LeseminutenBundesrat Albert Rösti (rechts) ist über Zürich verärgert, zumal der Bund im Kanton viel in die Bahn investiert.Walter Bieri/KeystonePolitiker durchschneiden gerne rote Bänder. Doch beim Spatenstich für den Brüttener Tunnel bei Dietlikon war die Feststimmung dieser Tage getrübt. Der aus Bern angereiste Verkehrsminister Albert Rösti (SVP) nutzte den Anlass, um Zürich zurechtzuweisen. Er zeigte sich darüber irritiert, dass ausgerechnet aus dem Kanton Zürich besonders scharfe Kritik am geplanten Bahnausbau laut wird. Und das, obwohl der Bund gemäss eigenen Angaben rund 90 Prozent der Zürcher Bedürfnisse abdeckt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der Zürcher Regierungsrat hatte die Vernehmlassungsvorlage des Bundesrats eine Woche zuvor in aller Form kritisiert. Dem zugrunde liegenden Gutachten des ETH-Professors Ulrich Weidmann fehle es an einem funktionierenden Konzept für das Bahnangebot bis zum Jahr 2045. Die Kantonsregierung bemängelte, dass der Bundesrat wie Weidmann bereits zusätzliche milliardenschwere Grossprojekte wie den Grimseltunnel und erste Etappen in Luzern und Basel vorsähen, obwohl die finanziellen Mittel knapp seien. Es drohten unsinnige Fehlentscheide. Grossprojekte wie der Brüttenertunnel könnten nicht den vollen Nutzen entfalten, weil die nötigen ergänzenden Infrastrukturen wie Kreuzungsstellen oder Perronverlängerungen fehlten.Falsches BildRöstis Verkehrsdepartement (Uvek) wehrt sich nun dezidiert gegen diese Darstellung. Das von Exponenten des Kantons bemühte Bild, wonach beim Bahnausbau wie bei einer Autobahn Ein- und Ausfahrten fehlten, sei gerade im Raum Zürich nicht korrekt, sagt Andreas Windlinger, der Sprecher des Bundesamts für Verkehr (BAV). Das Paket für den vierspurigen Ausbau der Strecke Zürich–Winterthur umfasse bereits zahlreiche der erforderlichen Ergänzungsmassnahmen, damit der Brüttenertunnel seinen vollen Nutzen entfalten könne. Windlinger verweist hierzu auf konkrete Teilprojekte in Wallisellen, Dietlikon und Bassersdorf.Das Selbe gilt gemäss Windlinger für den Ausbau des Bahnhofs Zürich-Stadelhofen. Dieses Vorhaben umfasse bereits die Doppelspurausbauten Dübendorf–Uster–Aathal sowie zwischen Herrliberg-Feldmeilen und Meilen. Auch für weitere Ergänzungsmassnahmen sehe die Landesregierung beträchtliche Mittel vor. Eine erste Tranche von 1,8 Milliarden Franken ist in der aktuellen Botschaft enthalten, weitere Gelder sollen mit der nächsten Vorlage im Jahr 2031 folgen.Windlinger verweist zudem auf die Mehrkosten von bis zu 14 Milliarden Franken, die bei einer vollständigen Umsetzung des ursprünglich geplanten Angebots- und Ausbaukonzepts angefallen wären. Aus diesem Grund habe der Bundesrat den Bahnausbau neu priorisiert – zusammen mit den Projekten für die Nationalstrassen und den Agglomerationsverkehr. Dabei sei berücksichtigt worden, dass neben den bereits beschlossenen Vorhaben zahlreiche prioritäre Zusatzprojekte anstünden. Der nun in die Vernehmlassung geschickte Vorschlag sei austariert und versuche, allen Ansprüchen gerecht zu werden.Weidmann empfiehlt StrategiewechselBezüglich der grundsätzlichen Kritik am Weidmann-Gutachten verweist das BAV auf den laufenden politischen Prozess. Mit der Vernehmlassungsvorlage schlage der Bundesrat die Schlüsselprojekte bis 2045 vor und skizziere die mögliche Angebotsentwicklung vorerst grob, sagt Windlinger. In den kommenden Monaten werde das Verkehrsdepartement das Angebotskonzept gemeinsam mit den Planungspartnern, darunter die Kantone, verfeinern und konkrete Zwischenschritte definieren. Der Nutzen für die Bevölkerung sowie die verkehrs- und raumplanerischen Ziele würden dabei selbstverständlich berücksichtigt. Bei früheren Grossprojekten wie der Bahn 2000 stand das Angebotskonzept am Anfang.Das Gutachten von Ulrich Weidmann empfiehlt beim strategischen Bahnausbau einen Paradigmenwechsel. Statt kleinteiliger Optimierungen ohne substanziellen Mehrwert soll der Fokus konsequent auf grosse, strukturell wirksame Projekte gelegt werden. Zudem sollen Ausbauten gezielt dort erfolgen, wo das Netz an Kapazitätsgrenzen stösst. Aus Sicht des Kantons Zürich vernachlässigen der Bund und Weidmann bei diesem Ansatz aber, wie eng kleinere Massnahmen und grosse Infrastrukturprojekte zusammenhängen.Passend zum Artikel
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Die Vorwürfe, wichtige Ergänzungsbauten seien vergessen worden, sind gemäss dem Verkehrsdepartement unbegründet. Dieses will bald ein Fahrplankonzept definieren.







