Sie möchten kein Rezept und Geschichte über Genuss und Ernährung mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter:Jedes Blatt, das ich von meinem Feigenbaum im Gartenpflücke, reiße ich mir auch aus dem Herzen – für Feigenblätteröl (hier ein weiteres Rezept) oder Feigenblättereis. Der Baum ist noch klein und braucht seine Blätter sicher selber. Nutzen Sie also Reisen Richtung Mittelmeer, um ein paar Feigenblätter von erwachsenen Bäumen zu pflücken und damit zu experimentieren. Die Blätter mit dem besten Aroma sind eher kleiner, also relativ frisch an den Astspitzen gewachsen. Die dicke Mittelrippe schneide ich aus den Blättern, manchmal gibt es zusätzlich rechts und links von der Mittelrippe zwei besonders dicke Blattadern, die schneide ich auch heraus. Große Blätter werden im Laufe des Sommers bitterer, sie eignen sich immer noch bestens, um einen Fisch für den Grill darin einzuwickeln, aber nicht mehr für zarte Anwendungen wie Feigenöl oder Sirup. Wenn Sie eine Handvoll schöne Blätter gefunden haben, mixen Sie das grünste aller grünen Öle, mit seinem nussigen Vanille-Duft. Mit Penne, Bohnen, Ricotta und Zitrone wird daraus eine Pasta fredda, die mindestens für Momente jede Hitzewelle vergessen lässt. Das Öl können Sie gut vorbereiten, der Rest geht dann ganz schnell und bringt kaum zusätzliche Hitze in die Küche.Leuchtend grün und betörend aromatisch: Hans Gerlachs Feigenblätteröl. Foto: Hans GerlachFeigenblätter und die Stiele von Feigenfrüchten enthalten einen weißen Milchsaft und dieser Milchsaft enthält »Furocumarine«. Wenn der Milchsaft auf der Haut verteilt und dann von der Sonne beschienen wird, kann eine phototoxische Reaktion ablaufen. Das sieht aus wie eine Art Sonnenbrand, in Extremfällen mit Brandblasen. Die Stoffe, die sich dabei in der Haut bilden, sind krebserregend. Also: kein Milchsaft auf die Haut oder zügig wieder abwaschen. Für die kleinen Mengen an Feigenblättern, die wir für unser Feigenblätteröl brauchen, reicht es, die Blätter vorsichtig zu pflücken. Wer mehr erntet, sollte Handschuhe tragen und auch die Arme schützen. Furocumarine sind in vielen Früchten und Gemüse, das wir täglich essen, enthalten. Unter anderem auch in Karotten, Sellerie oder Zitrusfrüchten – auf Englisch werden die Symptome auch »Margarita burn« genannt, weil dieser »Sonnenbrand« gehäuft auftritt, wenn Menschen an sonnigen Stränden Margaritas mixen und sich dabei länger mit Limettensaft auf der Haut in der Sonne tummeln. Deshalb sollten Sie nicht auf den Genuss von Zitrusfrüchten, Karotten oder Feigenblättern verzichten, aber etwas Vorsicht walten lassen.Penne mit FeigenblätternVorbereitungszeit40Min.Kochzeit10Min.SchwierigkeitmittelschwerMengefür4 PersonenZutaten4 -6 reife Feigen1 Bio-Zitrone300 g breite, grüne BohnenSalz, Pfeffer400 g Penne (lisce)4 EL weißer Sesam250 g cremiger RicottaFeigenblätteröl1 knappes Dutzend frische Feigenblätter (ca. 40 g für das Öl, 1 Blatt fürs Nudelkochwasser und wenn dann noch welche übrig sind ein paar Blätter für die Tischdekoration)125 ml mildes Olivenöl (oder ein anderes eher neutrales Öl)1 EL SesamölSalzZubereitung1.Zuerst das Feigenblätteröl vorbereiten: Die Feigenblätter waschen, dicke Stiele und besonders dicke Blattadern aus den Blättern schneiden. Den Rest abtrocknen und mit einer Prise Salz und beiden Ölen etwa 10 Min. lang mixen, dabei wird das Öl heiß und das ist gut so, dabei wird es auch schön grün und aromatisch (je nach Mixer kann das Öl auch schon nach 5 min heiß und grün sein. Durch ein feines Teesieb abgießen, schnell runterkühlen und kühl aufbewahren damit es auch grün bleibt. Für die Pasta brauchen wir nur einen Teil davon.2.Feigen waschen und in Spalten schneiden. Zitronenschale abreiben, den Saft auspressen. Bohnen waschen, die Enden abschneiden. Bohnen schräg in schmale Streifen schneiden. 103.2 l Wasser mit einem zerknüllten Feigenblatt und einer kräftigen Prise Salz (15 g) aufkochen. Penne zugeben und bissfest kochen, 4 min vor dem Ablauf der auf der Packung angegebenen Garzeit, die Bohnen zugeben. Zusammen fertig kochen.4.Sesam in einer Pfanne ohne Fett hellgolden rösten, in ein Schälchen umfüllen.5.Einen Schöpfer vom Kochwasser aufheben, Penne und Bohnen abgießen. Nur ganz kurz abschrecken, so dass Nudeln und Bohnen lauwarm bleiben. Zurück in den Topf geben, Zitronensaft und -schale zugeben, Ricotta und Feigen ganz locker untermischen. Dabei evtl. ein wenig vom Kochwasser dazu geben. Pasta anrichten, großzügig mit Sesam bestreuen und mit Feigenblätteröl beträufeln.