Was hätte sein können für den deutschen Fußball? Wenn Jürgen Klopp tatsächlich schon im Jahr 2022 Fußball-Bundestrainer geworden wäre. So, wie es angeblich der Plan gewesen sein soll, von dem gerade der frühere Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Reinhard Grindel erzählte. Vertreter des DFB seien schon im Frühjahr 2019 in Liverpool gewesen, um mit Klopp zu sprechen. Es wäre damals der vielleicht perfekte Zeitpunkt gewesen, für Klopp, für den DFB, doch es kam etwas dazwischen.Ob es das vorzeitige Ende von Reinhard Grindels Amtszeit als Präsident war oder der vorzeitige Rückzug Joachim Löws im Sommer 2021 – es kam jedenfalls nicht mehr zusammen, was nach Meinung vieler zusammengehörte. Was vor allem eines zeigt: Dass es nicht zuletzt eine Frage des Timings ist, wie der Posten des Bundestrainers besetzt werden kann.In dieser Hinsicht hatte der DFB eigentlich unverschämtes Glück. Im Sommer 2021 war zwar Klopp nicht frei, dafür aber Hansi Flick, der Sieben-Titel-Trainer der Bayern. Als im Herbst 2023 dessen Nachfolger gesucht wurde, war Julian Nagelsmann frei. Was vor allem eines zeigt: Dass der DFB zuletzt zwar Glück mit seinen Kandidaten hatte, aber nicht mit seinen Bundestrainern.Daran sollte man noch einmal denken, wenn Klopp nun ante portas steht und mit einiger Sicherheit wirklich zusammenkommt, was nach Meinung vieler immer noch zusammengehört. Frei ist Klopp zwar nicht, aber man darf annehmen, dass der Vertrag mit Red Bull als „Head of Global Soccer“ kein großes Hindernis sein wird, um mit ein paar Jahren Verspätung doch noch ans Ziel zu kommen.Inwieweit hat sich Klopp selbst verändert?Aber es hat sich auch ein bisschen was verändert. Zum einen hat sich gezeigt, dass der deutsche Fußball ein größeres Problem hat, als viele wahrhaben wollten, eines, das auch Klopp nicht von heute auf morgen beheben kann. Es gibt aber auch noch eine andere Frage: Inwieweit sich Klopp selbst verändert hat.Die Phantasie der Trainer-Persönlichkeit Klopp für den deutschen Fußball lag immer auch darin, dass er derjenige ist, hinter dem sich das ganze Fußball-Land versammeln kann, einer, der die Begeisterung anzündet wie ein Streichholz. Julian Nagelsmann hat das ebenfalls versucht, mit seinen Mitteln, doch der Funke, den die Heim-EM vor zwei Jahren geschlagen hat, ist schnell verpufft.Aber auch Klopps Image hat gelitten, durch sein Engagement bei Red Bull, das vielen missfiel, durch die Art und Weise, wie dort der Trainer Ole Werner abserviert wurde, auch durch die Art und Weise, wie er zu Beginn dieser WM am Mikrophon von „Magenta TV“ den Noch-Bundestrainer Nagelsmann in die Bredouille brachte. Es wird deshalb neben den Gläubigen auch eine gar nicht so kleine Gruppe von Skeptikern geben, für die Klopp keine Identifikations-, sondern eine Reizfigur ist.Mag sein, dass das alles am Ende keine große Rolle spielt, weil es schon zuallererst darum geht, was auf dem Platz passiert. Dort darf man hoffen, dass Klopp immer noch der Alte ist, dass er klarere Entscheidungen trifft und sie auch klarer kommuniziert als Nagelsmann. Wenn unter seiner Anleitung auch Spieler und Spielidee zusammenfinden, wenn er einen guten Start erwischt, der auch die Skeptiker mitreißt, spricht manches dafür, dass er tatsächlich der Beste ist, den man sich für diesen Posten vorstellen kann.Ob es allerdings so gut wird, wie es 2022 hätte sein können, ist eine andere Frage. Auch, weil die Erwartungen kaum kleiner sind, Klopps Ego dafür umso größer.
Fußball-WM 2026: Was erwartet den DFB mit Klopp?
Der DFB hatte zuletzt zwar Glück mit seinen Kandidaten, aber nicht mit seinen Bundestrainern. Manches spricht dafür, dass das mit Jürgen Klopp anders wird – aber längst nicht alles.











