Es gibt in diesem Sommer ein Bild, das den Unterschied zwischen den USA und Europa besser erklärt als jede Statistik: Millionen europäische Fans verfolgen die Fußball-WM in gekühlten amerikanischen Bars, Hotels und Stadien, während daheim der Kontinent unter der schlimmsten Hitzewelle seiner Messgeschichte ächzt. Ein Bild wie bestellt. Und den üblichen Verdächtigen ist es natürlich nicht entgangen.Den Anfang machte der Chef des Finanztechnologie-Unternehmens Stripe, Patrick Collison. Er stellte dem KI-Chatbot Claude eine simple Frage: Warum kühlt Europa nicht? Die Antwort postete er als Screenshot auf X – fast 20 Millionen Menschen haben sie inzwischen gesehen.Europa führe, so der Chatbot, eine ausgefeilte Verzichtsdebatte, um ein schmerzhaftes Eingeständnis zu verdrängen: Hitze ist ein technisches Problem. Man kühlt sie einfach weg. Die Amerikaner hatten von Anfang an recht.
„Banger“: Musk, ein Chatbot und die Häme aus Übersee
Elon Musk adelte den Beitrag mit einem Wort: „Banger“. Und er lobte bei der Gelegenheit Singapurs Staatsgründer Lee Kuan Yew als Genie, weil der einst sämtliche Behörden des Stadtstaats klimatisieren ließ. Der Ökonom Noah Smith riet den Europäern fluchend, „einfach die verdammte Klimaanlage“ zu installieren und damit das Leben ihrer Großmütter zu retten.Auch die Verteidiger des laxen US-Waffenrechts entdeckten die europäische Hitzewelle als Munition. Genüsslich teilen sie derzeit eine Grafik, die den europäischen Dauervorwurf umdreht: Demnach sterben jedes Jahr mehr Europäer an Sommerhitze als Amerikaner durch Schusswaffen.













