Europa litt in den vergangenen Tagen unter einer beispiellosen Hitzewelle. Gleichzeitig beklagen US-Touristen in den sozialen Medien fehlende Eiswürfel in ihren Getränken und die kaum vorhandenen Klimaanlagen in Europa. Die Pariser Vizebürgermeisterin Audrey Pulvar wies die „lieben amerikanischen Journalisten und Social-Media-‚Influencer‘“ daraufhin auf die Verantwortung der USA für die Situation hin.In Deutschland wurde an drei Tagen in Folge der Hitzerekord gebrochen. Auch in anderen europäischen Ländern wurden neue Spitzentemperaturen erreicht. In der französischen Hauptstadt wurden vergangene Woche 40,9 Grad Celsius gemessen.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. In Frankreich starben während der vergangenen Hitzewelle etwa 1000 Menschen mehr als üblich. Die Gesundheitsbehörde Santé publique France teilte am Sonntag mit, dass vor allem ältere Menschen ab 65 Jahren zwischen Mittwoch und Samstag an den Folgen der Hitze starben. Die Zahlen seien vorläufig und wahrscheinlich zu niedrig angesetzt, hieß es. Besonders betroffen war dabei die Region Île-de-France, zu der auch die Hauptstadt Paris gehört.Also bitte, genug mit der Belehrung. Fangen Sie einfach an, Ihren Beitrag zu leisten.Audrey Pulvar, Pariser VizebürgermeisterinDie Pariser Polizeipräfektur erließ von Freitag bis Sonntag vorübergehend ein weitreichendes Alkoholverbot in der französischen Hauptstadt. Verkauf und Konsum im öffentlichen Raum waren untersagt. Begründet wurde dies mit den überlasteten Kliniken im Großraum Paris. Es gehe darum, Kliniken und Rettungsdienste von zusätzlichen alkoholbedingten Einsätzen zu entlasten.Auf TikTok vergleichen Nutzer unterdessen die Toten durch die Hitzewelle in Europa mit den Toten durch Schusswaffengewalt in den USA. „Dass Europa sich weigert, Klimaanlagen einzubauen, ist schlimmer als die Waffengewalt in Amerika“, ist ein Video überschrieben. Pariser Vizebürgermeisterin gibt USA Mitschuld Die Pariser Vizebürgermeisterin äußerte sich deutlich: „Als zweitgrößter Verursacher von Treibhausgasen weltweit tragt ihr eine erhebliche Verantwortung für die globale Erwärmung und die Folgen, die wir hier in Frankreich zu spüren bekommen“, schrieb die sozialistische Politikerin auf Instagram in Richtung der Kritiker aus den USA.„Seit Tagen kritisieren und verspotten einige von euch Paris, weil die Stadt nicht in jedem Zimmer jeder Wohnung und an jedem Ort über eine Klimaanlage verfügt“, schrieb Pulvar weiter. In den USA besitzen etwa 90 Prozent der Haushalte eine Klimaanlage – in Europa laut Zahlen der Internationalen Energieagentur nur 20 Prozent der Haushalte.Pulvar argumentierte mit der Verantwortung, die Paris übernehme. „Wir sind nicht perfekt, weit davon entfernt, aber zumindest seit 25 Jahren haben wir Maßnahmen ergriffen, um die Luftverschmutzung zu reduzieren, die Stadt zu begrünen, Gebäude energieeffizient zu sanieren und den Verkehr umzugestalten.“Die französische Hauptstadt hat in den vergangenen Jahren unter der sozialistischen Bürgermeisterin Anne Hidalgo eine Reihe von Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt. Die Fahrradinfrastruktur wurde verbessert, es wurde ein fast flächendeckendes Tempolimit von 30 km/h eingeführt. Etliche Straßen und ganze Viertel, vorwiegend im Zentrum, sind jetzt verkehrsberuhigt – und schwere Autos müssen fürs Parken deutlich mehr zahlen. Ende März 2026 schied Hidalgo aus dem Amt aus.„Wir verringern unseren ökologischen Fußabdruck UND passen die Stadt gleichzeitig kurz-, mittel- und langfristig an“, schrieb Pulvar weiter. „Das ist kein einmaliges Unterfangen.“ Und weiter: „Wenn jede amerikanische Stadt die gleichen ökologischen Umstellungsbemühungen unternehmen würde wie Paris und viele europäische Städte, glauben Sie mir, ginge es der ganzen Welt besser. Also bitte, genug mit der Belehrung. Fangen Sie einfach an, Ihren Beitrag zu leisten.“