PfadnavigationHomePolitikAuslandStreit um Klimaanlagen„Fangt an, euren Anteil zu leisten“ – Pariser Vizebürgermeisterin belehrt US-TouristenStand: 06:41 UhrLesedauer: 3 MinutenAudrey Pulvar ist Vizebürgermeisterin von ParisQuelle: AFP/MARTIN LELIEVREParis schwitzt bei fast 41 Grad – und US-Touristen beschweren sich über fehlende Klimaanlagen in der Metropole. Die Pariser Vizebürgermeisterin attackiert die amerikanischen Besucher daraufhin scharf – und gibt ihnen eine Mitschuld an der Erderwärmung.In Paris wurden vergangene Woche 40,9 Grad Celsius gemessen. Die extremen Temperaturen lassen offenbar auch in Frankreichs Hauptstadt die Gemüter erhitzen. Die Pariser Vizebürgermeisterin attackiert in den sozialen Medien US-Touristen, die zuvor über fehlende Klimaanlagen in der Metropole geklagt haben. Nicht nur das: Audrey Pulvar gab den amerikanischen Touristen auch eine Mitverantwortung für den Klimawandel, den sie für die aktuelle Hitzewelle in Europa verantwortlich macht. Anstatt den Parisern Vorträge zu halten, sollten die USA selbst erst einmal mit Maßnahmen gegen den Klimawandel beginnen, so die sozialistische Politikerin.Auslöser waren Aufnahmen aus Paris, auf denen zahlreiche Besucher aus den USA bei Temperaturen von weit über 35 Grad über die Auswirkungen der Hitze klagten. Pulvar reagierte darauf mit deutlichen Worten und richtete sich in einem Post auf Instagram direkt an die „lieben amerikanischen Journalisten und Social-Media-‚Influencer‘, die kritisieren, dass es nicht in jedem Raum in Paris eine Klimaanlage gibt“: „Ihr tragt eine erhebliche Verantwortung für die globale Erderwärmung.“Lesen Sie auchDie Politikerin verwies darauf, dass viele der Besucher aus den USA mit dem Flugzeug nach Europa gereist seien und damit selbst zum Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase beitrügen. Wer über die Folgen des Klimawandels klage, müsse sich auch seiner eigenen Verantwortung bewusst sein, machte sie deutlich. Immerhin seien die USA maßgeblich für den weltweit hohen CO₂-Ausstoß verantwortlich. Dass US-Städte zu „90 Prozent klimatisiert“ seien, sei dabei nicht unerheblich. Wenn jede amerikanische Stadt die selben ökologischen Transformationsanstrengungen wie Paris unternehmen würde, „wäre die ganze Welt besser dran“, ist sich die Pariser Vizebürgermeisterin sicher. „Also bitte, genug der Vorträge, fangt einfach an, euren Anteil zu leisten.“„Ambitionierte Umwelt- und Klimapolitik“ unter linker FührungParis habe nicht erst „bis Juni 2026 gewartet, um seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern und sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen“, schreibt die Politikerin weiter. „Seit die Linke die Führung der Stadt übernommen hat, verfolgen wir konsequent eine ambitionierte Umwelt- und Klimapolitik.“ Dazu gehörten beispielsweise die Begrünung der Stadt, die Reduzierung des Autoverkehrs, die energetische Sanierung von Gebäuden oder die Förderung einer ökologischen Landwirtschaft für eine „Gemeinschaftsverpflegung“ in Paris. „Hätten wir diese Maßnahmen nicht ergriffen, wäre die Lage heute deutlich schlimmer“, so Pulvar.Lesen Sie auchEs bleibe noch viel zu tun, die Situation sei nicht ideal, räumt sie ein. „Aber vielleicht wäre es angemessener, wenn eines der Länder, das zu den Hauptverursachern des Problems gehört, nicht denjenigen Vorhaltungen machen würde, die versuchen, Lösungen zum Schutz ihrer Bevölkerung zu finden.“Lesen Sie auchFür ihre scharfen Worte erhielt die Vizebürgermeisterin Zuspruch, aber auch viel Kritik. „Also ist jetzt Amerika schuld daran, dass ihr in einem Dritte-Welt-Land lebt, das seine Menschen lieber an der Hitze zugrunde gehen lässt, als Klimaanlagen einzubauen?“, lautet einer der beliebtesten Kommentare. „Ihr wollt offenbar im 18. Jahrhundert leben – DAS IST EUER PROBLEM. Niemand in den USA übernimmt die Verantwortung für eure Ignoranz und euer Gejammer über den ‚Klimawandel‘. Das ist eure Verantwortung, nicht unsere.“In Paris wurden angesichts der extremen Temperaturen zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen. Die Stadt öffnete klimatisierte öffentliche Gebäude und stellte Trinkwasserstellen bereit, um Einheimische und Touristen vor den gesundheitlichen Folgen der Hitze zu schützen.saha