Lucid Air Sapphire: Die amerikanische E-Limousine bietet Rennsport und Reisekomfort in einemMit 1250 PS, 700 Kilometern Reichweite und 900 Litern Stauraum macht der Lucid Air Sapphire der europäischen Elite von Porsche und Mercedes Konkurrenz. Der amerikanische Stromer ist schneller, geräumiger und günstiger als der Taycan Turbo GT.03.07.2026, 08.42 Uhr5 LeseminutenDiese Elektrolimousine überzeugt auch auf der Piste: Der Sapphire ist das Spitzenmodell der Air-Baureihe von Lucid.PDEin elektrischer Supersportwagen, der in 2 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprintet? Das ist heute keine Sensation mehr. Eine elegante Reiselimousine mit E-Antrieb und fast 700 Kilometern Reichweite ist gegenwärtig ebenfalls auf dem Markt zu finden. Aber die beiden Eigenschaften in einem Fahrzeug vereint? Das gibt es derzeit nur in einem Modell.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der Lucid Air Sapphire bietet diese seltene Kombination aus heissem Hypercar und komfortablem Reisewagen. Das an sich ist bereits verblüffend. Doch der Wagen hat noch zwei weitere Überraschungen auf Lager: Das Fahrzeug stammt aus amerikanischer, nicht chinesischer Entwicklung und Fertigung. Und es ist besser als die Fahrzeuge aus China.Die technischen Daten des amerikanischen Superwagens sind atemberaubend: 1250 PS Maximalleistung, 1940 Nm maximales Drehmoment, Höchstgeschwindigkeit 330 km/h. Die enorme Kraft bringt der gut 2,4 Tonnen wiegende Stromer per Allradantrieb und drei Elektromotoren auf die Strasse. Der Lucid-Chefingenieur Eric Bach rechnet vor: «Die Energiedichte des Sapphire beträgt 9 PS pro Kilogramm. Tesla bietet 3 PS/kg, Mercedes 2 PS/kg.»Der Heckspoiler auf dem Kofferraumdeckel und der tief herabgezogene Stossfänger deuten an, dass der Sapphire die sportlichste Variante des Lucid Air ist.PDDie Karosserie kommt ohne Extravaganz ausWie ein Ufo sieht der Lucid Air Sapphire trotz allen überirdischen Leistungswerten nicht aus. Eric Bach spricht von einem Fahrzeug, das aussen dem Format eines Audi A6 entspricht, im Innenraum aber eher dem eines grösseren Audi A8. «Der Lucid Air braucht keine lange Fronthaube, die E-Motoren und die Batterie sind auf und zwischen den Achsen eingebaut», sagt der frühere Technikdirektor von Tesla.Einer der Vorteile dieser Bauweise ist der Einbau zweier grosszügiger Kofferabteile unter der vorderen und der hinteren Haube. Insgesamt ergeben sich gut 900 Liter Stauraum, das ist doppelt so viel wie beim Porsche Taycan GT und ein Viertel mehr als im Mercedes EQS.Beim Platznehmen im Lucid Air Sapphire für eine ausgiebige Testfahrt auf der Rennstrecke in Südspanien fällt auf, wie geräumig und luxuriös die Limousine innen ist. Die Türen werden beim Schliessen nur leicht eingerastet, dann zieht das elektrische Softclose-System sie ganz zu, Gleiches bei den Kofferraumklappen. Vorne sind Sportsitze mit Heiz-, Lüftungs- und Massagefunktion eingebaut. Sie sind gut ausgeformt und selbst bei längerem Sitzen bequem. Bei dynamischer Fahrt auf der kurvigen Rennstrecke bieten sie viel Seitenhalt.Gut ausgeformte Sportsitze mit hohen Seitenwangen sowie ein übersichtliches Cockpit empfangen den Sapphire-Fahrer.PDAuch auf den Rücksitzen ist es geräumig. Sie eignen sich gut für längere Reisen.PDAuf den ersten Runden zeigt sich, wie gut die beiden hinteren Elektromotoren mit dem einmotorigen Frontantrieb harmonieren. Das sonst bei sportlichen Stromern gegebene hohe Fahrzeuggewicht wirkt im Sapphire nie störend. Es kommt etwa beim Einlenken in enge Kurven nie zu einem Geradeausrutschen der Vorderräder, dem Untersteuern. Beim Herausbeschleunigen am Kurvenende zeigt sich auch kein Ausbrechen des Hecks, der Wagen bleibt stets ohne durchdrehende Räder auf seiner Spur.Zu der hohen Spurtreue und dem jederzeit druckvollen Vortrieb trägt eine gegenüber dem Lucid-Air-Basismodell überarbeitete Fahrwerksabstimmung im Bereich von Federn, Stabilisatoren und Lenkung bei. Die Steuerung der adaptiven Stossdämpfer und der Fahrstabilität wie auch die Drehmomentverteilung und die Traktionskontrolle übernehmen bei Lucid entwickelte Algorithmen.Das Fahrwerk ist im Track-Modus renntauglich, im Programm Smooth komfortabel für den Alltag.PDAuch beim Anbremsen vor Kurven erweist sich der Sapphire als sehr feinfühlig, das Bremspedal lässt sich gut dosieren. Gegenüber dem Grundmodell verfügt der Sapphire serienmässig über gross dimensionierte Bremsscheiben aus Carbon-Keramik-Verbundstoff, die auch bei starker Beanspruchung und langer Belastung in ihrer Bremswirkung nicht nachlassen.Fahrwerk und Bremsen sind komplett überarbeitetSo ausgerüstet lässt sich der Sapphire auch gezielt in Kurven hineinbremsen. Selbst nach mehreren Runden in hohem Tempo lässt sich das Fahrverhalten jederzeit replizieren, ohne dass sich der Wagen merklich anders verhält als zu Beginn. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die überarbeitete Geometrie der Aufhängungen, die ein präzises Lenkverhalten ermöglichen.Dank der hohen Spurtreue gewinnt der Fahrer auf dem Rundkurs rasch an Vertrauen in die grosse Sportlimousine. Übersicht über alle Fahrdaten bieten ein gebogener LED-Bildschirm als Hauptinstrument sowie ein 24 Zoll grosser Touchscreen, auf dem die vier Fahrmodi Smooth, Swift, Sapphire und Track ausgewählt werden. Wir bewegen uns während rund 50 Minuten im Track-Modus und profitieren auf den vorne 20 Zoll und hinten 21 Zoll grossen Rädern von der Sportbereifung mit Pneus des Typs Pirelli P Zero Trofeo RS.Die Rundstreckenleistung ist für ein Elektroauto mit 5 Metern Länge so beeindruckend, wie es die Leistungsdaten des Lucid Air Sapphire versprechen. So mancher hochgezüchtete Sportwagen kommt da nicht mit.Selbst auf Rennasphalt ist der Sapphire noch ausreichend bequem gefedert.PDDoch für Anhänger sportlicher Autos könnte etwas fehlen: Im Unterschied zum Porsche Taycan Turbo GT hat Lucid im Air Sapphire keinen von aussen hörbaren künstlichen Motorklang eingebaut. Auch virtuelle Gangwechsel mit Zwischengas, wie sie etwa im Porsche Taycan oder im Hyundai Ioniq 5 N einprogrammiert sind, gibt es beim Lucid nicht. Er bleibt als Elektroauto puristisch und vermeidet, klassische Autos mit Verbrennungsmotor nachzuahmen.Nach der Testfahrt wird deutlich, dass die amerikanische Luxuslimousine auch als vollwertiger Sportwagen und Gran Turismo fürs gediegene Reisen überzeugt. Bedenkt man, dass der Wagen mit Vollausstattung ohne zusätzlich wählbare Optionen angeboten wird, sind 260 000 Franken ein fairer Preis. Zum Vergleich: Die weniger leistungsfähige Elektrolimousine Porsche Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket liegt schon beim Basispreis fast 14 000 Franken höher.Einen zentralen Vorteil bietet die grosse Antriebsbatterie, deren Zellen von den drei Herstellern Samsung, LG und Panasonic stammen. Mit 112 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität ist der Akku einer der grössten im Bereich der Elektroautos. Damit ist laut dem Hersteller eine durchschnittliche Reichweite von knapp 700 Kilometern möglich.Trotz seiner hohen Kapazität lässt sich der Akku dank einem bei Lucid entwickelten System mit maximal 300 Kilowatt Ladeleistung rasch wieder aufladen. Am Schnelllader vergehen gemäss Bach 33 Minuten für eine Aufladung von 10 auf 80 Prozent. Das «Wunderbox» genannte Ladesystem ist auch fürs bidirektionale Laden geeignet – bei mehr als 100 kWh Inhalt interessant für Haushalte mit Stromverbrauchsspitzen.Damit lässt sich der Lucid Air Sapphire nicht nur als Auto, sondern auch als Haushaltspeicher einsetzen. Einen solchen Zusatznutzen bieten weder Porsche Taycan noch Mercedes EQS.Die Testfahrt wurde von Lucid Motors unterstützt.Passend zum Artikel
Lucid Air Sapphire: Schneller, geräumiger und günstiger als der Taycan GT
Mit 1250 PS, 700 Kilometern Reichweite und 900 Litern Stauraum macht der Lucid Air Sapphire der europäischen Elite von Porsche und Mercedes Konkurrenz. Der amerikanische Stromer ist schneller, geräumiger und günstiger als der Taycan Turbo GT.







