2:0-Sieg gegen AlgerienFür einmal war es nicht Murat Yakin, sondern sein Pendant auf der Gegenseite, das mit seiner Startelf überraschte. Vladimir Petkovic verzichtete für das Duell mit seinem ehemaligen Team auf einen klassischen Stürmer, so lief statt Amine Gouiri Ibrahim Maza in der Spitze auf, wodurch Ramiz Zerrouki auf die Zehn in die Startelf rückte. YB-Verteidiger Jaouen Hadjam musste seinen Platz zudem für Stammkraft Rayan Ait Nouri räumen.Auch die Schweizer Startelf kam im Vergleich zum letzten Gruppenspiel auf zwei Positionen verändert daher. Dan Ndoye übernahm erwartungsgemäss seine Flügelposition von Djibril Sow. Auf der rechten Abwehrposition galt es, den angeschlagenen Luca Jaquez zu ersetzen. Diese Aufgabe kam Denis Zakaria zu.Algerien übernahm gleich zu Spielbeginn die Kontrolle, was einen Schweizer Traumstart allerdings nicht verhinderte. Nach einem Ballgewinn von Remo Freuler tief in der eigenen Hälfte schalteten die Schweizer schnell um. Via Granit Xhaka und Ruben Vargas landete der Ball bei Johan Manzambi, der die gegnerische Hintermannschaft durcheinanderwirbelte und schliesslich mustergültig auf Breel Embolo (11.) auflegte. Zentral vor dem Tor musste die Schweizer Sturmspitze nur noch einschieben.Auch in der Folge kontrollierten die Algerier den Ball, gleichwohl gelang es der Nati, die Gefahr vom eigenen Tor fernzuhalten. Selbst sorgten die Schützlinge von Yakin mit ihrem schnellen Umschaltspiel im Ansatz immer wieder für gefährliche Situationen. Die ganz grossen Torchancen blieben aber aus, bis kurz vor der Pause der Ball im Schweizer Strafraum in den Füssen von Houssem Aouar landete. Der Mittelfeldspieler setzte den Ball aus zentraler Position am Tor vorbei, auch weil sich die Algerier bei dieser Aktion selbst im Weg standen. So nahm die Schweiz in Vancouver einen knappen Vorsprung mit in die Pause.Wie schon im letzten Gruppenspiel gegen Kanada legte die Schweiz einen Blitzstart in die zweite Halbzeit hin. Gleich zweimal klärte Algerien den ersten Angriff unsauber. Nach einem zu kurzen Zuspiel von Ramy Bensebaini brachte Denis Zakaria den Ball ins Zentrum. Dort klärten die Algerier nur in die Füsse von Dan Ndoye (46.) und dieser liess sich nicht zweimal bitten und erhöhte auf 2:0. Gemäss den Daten von Opta ist die Schweizer Nati damit das erste Team, das bei einer Weltmeisterschaft zweimal ein Tor in der Startminute der zweiten Halbzeit erzielen konnte.Mit der ausgebauten Führung im Rücken gewann die Schweiz mehr Spielkontrolle, als sie noch in der ersten Halbzeit hatte. Mit Fortschreiten der Spielzeit öffneten sich auch zusätzliche Räume für die Schweizer Angriffsbemühungen. Der eingewechselte Fabian Rieder vergab dabei die Möglichkeit auf die vorzeitige Entscheidung mehrfach. Kurz nach seiner Einwechslung sah er einen ersten Abschluss noch von Rafik Belghali auf der Linie geklärt. Die noch grössere Chance bot sich dann in der 81. Minute: Am zweiten Pfosten hätte Rieder nur noch einzuschieben gebraucht, verstolperte dabei aber die Kugel und damit einen möglichen dritten Treffer.Somit blieb es beim 2:0, womit die Schweizer Nationalmannschaft zum vierten Mal in Folge an einer Weltmeisterschaft im Achtelfinale steht. Das haben im selben Zeitraum nur Frankreich und Brasilien geschafft, morgen könnte sich Weltmeister Argentinien ebenfalls noch zu diesem illustren Kreis gesellen. Für die Schweiz ist es der erste Sieg in einem Spiel in der K.-o.-Phase an einer WM seit 1938 und dem 4:2 im Wiederholungsspiel gegen Deutschland.