Die Dresdner Unternehmer Oliver Kreider und Thomas Bohn haben am Dienstag beim Notar den Vertrag zur Übernahme des Erbbaurechts für das Lingnerschloss unterzeichnet. Für 1,65 Millionen Euro wollen sie sich die Nutzung des Areals über einen Zeitraum von 44 Jahren sichern. Rechtskräftig wird der Vertrag jedoch erst, wenn der Dresdner Stadtrat in seiner ersten September-Sitzung zustimmt. Auch die Insolvenzgläubiger des früheren Betreibers müssen ihr Einverständnis erklären.
Verkäufer ist der Insolvenzverwalter des „Förderverein Lingner-Schloß e.V.“, Lucas F. Flöther. Der Verein hatte Ende November 2023 Insolvenz angemeldet. Mit dem Erlös will Flöther einen Großteil der Vereinsschulden begleichen. Nach seinen Angaben ermöglicht der Vertrag den Gläubigern eine Insolvenzquote von bis zu 70 Prozent – im deutschen Durchschnitt liegt sie bei rund sechs Prozent. Unter den Gläubigern befinden sich auch ehrenamtlich tätige Vereinsmitglieder, die dem Verkauf laut Flöther bereits zugestimmt haben.
Öffentliche Nutzung vertraglich abgesichert
Kreider und Bohn haben sich verpflichtet, das Schloss samt Gastronomie zu betreiben und alle Einrichtungen weiterhin öffentlich zugänglich zu halten. Grundlage bleibt das Vermächtnis des Namensgebers Karl August Lingner: Der Erbbaurechtsvertrag schreibt eine gemeinnützige Nutzung vor, verlangt den Betrieb einer öffentlichen Gaststätte in der Villa Stockhausen und die dauerhafte Öffnung des Parks.







