PfadnavigationHomePanoramaBluttat in StadeErst stirbt der Vater, 20 Tage später die Mutter – Schüsse machen Kinder zu VollwaisenStand: 12:00 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Initiatoren des Spendenaufrufs veröffentlichten ein Foto der jungen Mutter mit ihren beiden KindernQuelle: Jana Sabo/Go Fund Me; Screenshot WELTZu den sechs Toten von Stade zählt auch eine 32 Jahre alte Mutter. Bei einem Spendenaufruf wird für ihre Kinder um finanzielle Unterstützung gebeten. Denn sie haben erst kurz zuvor auch den Vater verloren.Nach den tödlichen Schüssen in einem Mutter-Kind-Heim in Stade läuft ein Spendenaufruf für die Kinder eines der Opfer. Die beiden Kinder einer getöteten Jugendamtsmitarbeiterin seien erst drei und vier Jahre alt und hätten „innerhalb weniger Wochen“ beide Eltern verloren, heißt es in dem Aufruf. „Am 9. Juni nahm die Familie Abschied vom Vater der Kinder. Nur 20 Tage später wurde auch ihre Mama viel zu früh aus dem Leben gerissen“, ist in dem Aufruf auf der Spendenplattform „GofundMe“ zu lesen. Dazu haben die Initiatoren ein Foto der kleinen Familie am Strand veröffentlicht. Auf eine Nachfrage von WELT hat die Initiatorin bislang nicht reagiert. Die 32-jährige Mutter arbeitete nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen“ beim Jugendamt der Region in Garbsen und lebte in Hannover.Im Spendenaufruf wird die verstorbene 32-Jährige, die bei den „tragischen Schüssen in Stade“ ums Leben kam, als „eine liebevolle Mutter, eine starke Persönlichkeit und ein Mensch mit einem unglaublich großen Herzen“ beschrieben. Auch nach dem Verlust ihres Mannes sei sie stark geblieben und habe jeden Tag für ihre beiden Kinder gekämpft. Die 32-Jährige habe sich nicht nur privat um ihre Familie gekümmert, sondern „auch in ihrer Arbeit als Mitarbeiterin des Jugendamtes stand das Wohl von Kindern und Familien für sie an erster Stelle“.Lesen Sie auchBesonders bewegend geschildert wird die Lage der beiden Geschwister. „Zurück bleiben zwei kleine Kinder, die nun ohne ihre Mama und ihren Papa aufwachsen müssen.“ Noch sei ungewiss, wie ihr weiterer Lebensweg aussehen werde. Sicher sei jedoch: „Sie brauchen jetzt Unterstützung, Sicherheit und Menschen, die ihnen in dieser schweren Zeit helfen.“ Bis Donnerstagmittag sind fast 300.000 Euro zusammengekommen.Lesen Sie auchMit der Spendenaktion soll den Kindern ein möglichst sicherer Start in ihre Zukunft ermöglicht werden. Die Gelder sollen nach ihren Angaben für Versorgung, Betreuung und Bildung der Kinder sowie für mögliche therapeutische Unterstützung und weitere Kosten infolge des schweren Verlusts eingesetzt werden. Neben ihren Kindern hinterlasse sie ihre Eltern, vier Brüder sowie zahlreiche Freunde, Kollegen und Wegbegleiter, die sie nach Angaben der Familie „geliebt und geschätzt haben“.Lesen Sie auchDie 32-Jährige ist eine von sechs Personen, die bei den Schüssen in einer Mutter-Kind-Wohngruppe in Stade getötet wurden. Ein 45 Jahre alter Tatverdächtiger soll dort in einem Sorgerechtsstreit um ein drei Monate altes Baby vier Frauen und zwei Männer erschossen haben. Drei der Opfer arbeiteten in der Jugendhilfeeinrichtung, drei weitere waren Beschäftigte des Jugendamtes der Region Hannover, die sich zu einem Hilfeplangespräch vor Ort befanden.Nach der Tat werden Forderungen nach einem besseren Schutz von Beschäftigten in der Jugendhilfe laut. Die stellvertretende Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Doreen Siebernik, sagte, Mitarbeiter seien bei Konflikten um Sorgerecht oder Kindeswohlgefährdung einem erhöhten Risiko von verbaler und körperlicher Gewalt ausgesetzt. Sie erlebten immer wieder „Entgleisungen und Übergriffe, die tief in den Dynamiken von häuslicher Gewalt und patriarchalem Kontrollwahn verwurzelt sind“.kami