PfadnavigationHomePanoramaSechsfachmord in StadeKinder wurden zu Vollwaisen – bereits mehr als 630.000 Euro an Spenden gesammeltStand: 15:20 UhrLesedauer: 3 MinutenNach dem sechsfachen Mord in Stade rückt die Rolle der Fluchtfahrerin in den Fokus. Sie arbeitete als Familien- und Migrationsberaterin und war Patin des betroffenen Babys. Zoran Pantic von der „Hannoversche Allgemeine“ analysiert die Hintergründe.Zu den sechs Toten von Stade zählt auch eine 32 Jahre alte Mutter. Ihre Kinder hatten erst kurz zuvor den Vater verloren. Bei einer Spendenaktion sind nun bereits über 630.000 Euro zusammengekommen.Nach den tödlichen Schüssen in Stade nehmen viele Menschen Anteil am Schicksal der Opfer – und dem zweier kleiner Kinder. Für die Drei- und Vierjährigen, deren Mutter getötet wurde und die bereits zuvor ihren Vater verloren hatten, kamen über die Spendenplattform GoFundMe binnen kurzer Zeit mehr als 630.000 Euro zusammen. Nach Angaben der Spendenseite beteiligten sich bis Mittag über 24.000 Menschen an der Aktion. „Am 9. Juni nahm die Familie Abschied vom Vater der Kinder. Nur 20 Tage später wurde auch ihre Mama viel zu früh aus dem Leben gerissen“, ist in dem Aufruf auf der Spendenplattform „GofundMe“ zu lesen.Dazu haben die Initiatoren ein Foto der kleinen Familie am Strand veröffentlicht. Auf eine Nachfrage von WELT hat die Initiatorin bislang nicht reagiert. Die 32-jährige Mutter arbeitete nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen“ beim Jugendamt der Region in Garbsen und lebte in Hannover.Die Plattform GoFundMe teilte auf dpa-Anfrage mit: „Unser Team für Vertrauen und Sicherheit ist in Kontakt mit der Organisatorin, um sicherzustellen, dass die betroffene Familie beziehungsweise ein Vormund der Kinder als Spendenbegünstigte hinterlegt wird.“ So werde sichergestellt, dass alle gesammelten Gelder an die im Spendenaufruf genannten Menschen gingen. Lesen Sie auchIm Spendenaufruf wird die verstorbene 32-Jährige, die bei den „tragischen Schüssen in Stade“ ums Leben kam, als „eine liebevolle Mutter, eine starke Persönlichkeit und ein Mensch mit einem unglaublich großen Herzen“ beschrieben. Auch nach dem Verlust ihres Mannes sei sie stark geblieben und habe jeden Tag für ihre beiden Kinder gekämpft. Lesen Sie auchDie 32-Jährige habe sich nicht nur privat um ihre Familie gekümmert, sondern „auch in ihrer Arbeit als Mitarbeiterin des Jugendamtes stand das Wohl von Kindern und Familien für sie an erster Stelle“.Lesen Sie auchWeiter heißt es: „Zurück bleiben zwei kleine Kinder, die nun ohne ihre Mama und ihren Papa aufwachsen müssen.“ Noch sei ungewiss, wie ihr weiterer Lebensweg aussehen werde. Sicher sei jedoch: „Sie brauchen jetzt Unterstützung, Sicherheit und Menschen, die ihnen in dieser schweren Zeit helfen.“ Mit dem Geld solle den Kindern ein möglichst sicherer Start in die Zukunft ermöglicht werden. Dabei gehe es um Versorgung, Betreuung, Bildung, mögliche therapeutische Unterstützung sowie Kosten rund um die Beerdigung. Wie der weitere Weg der Kinder aussehe, sei noch ungewiss. Neben ihren Kindern hinterlasse sie ihre Eltern, vier Brüder sowie zahlreiche Freunde, Kollegen und Wegbegleiter, die sie nach Angaben der Familie „geliebt und geschätzt haben“.Lesen Sie auchDie 32-Jährige ist eine von sechs Personen, die bei den Schüssen in einer Mutter-Kind-Wohngruppe in Stade getötet wurden. Ein 45 Jahre alter Tatverdächtiger soll dort in einem Sorgerechtsstreit um ein drei Monate altes Baby vier Frauen und zwei Männer erschossen haben. Drei der Opfer arbeiteten in der Jugendhilfeeinrichtung, drei weitere waren Beschäftigte des Jugendamtes der Region Hannover, die sich zu einem Hilfeplangespräch vor Ort befanden.Nach der Tat werden Forderungen nach einem besseren Schutz von Beschäftigten in der Jugendhilfe laut. Die stellvertretende Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Doreen Siebernik, sagte, Mitarbeiter seien bei Konflikten um Sorgerecht oder Kindeswohlgefährdung einem erhöhten Risiko von verbaler und körperlicher Gewalt ausgesetzt. Sie erlebten immer wieder „Entgleisungen und Übergriffe, die tief in den Dynamiken von häuslicher Gewalt und patriarchalem Kontrollwahn verwurzelt sind“.Neben der Spendensammlung auf GoFundMe richtete der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Hannover in Absprache mit der Region ein Spendenkonto für die Soforthilfe ein. Das Ziel sei es, die Betroffenen und ihre Familien schnell und unbürokratisch zu unterstützen, teilte der Kirchenkreis mit.kami/lfb/dpa
Stade: Kinder wurden zu Vollwaisen – bereits mehr als 630.000 Euro an Spenden gesammelt - WELT
Zu den sechs Toten von Stade zählt auch eine 32 Jahre alte Mutter. Ihre Kinder hatten erst kurz zuvor den Vater verloren. Bei einer Spendenaktion sind nun bereits über 630.000 Euro zusammengekommen.














