Auf Kontext-Frage, wie konkret die Bahn-Pläne hier in Sachen Sanierung schon seien, sieht sich der neue PSU-Geschäftsführer Müller indes nicht zuständig: Die Frage der Instandhaltung sei eine, die sich in erster Linie an den Streckenbetreiber DB Infrago richte, eine Tochter der Bahn. Was da im Augenblick in Bezug auf Stuttgart laufe oder geplant sei, wisse er nicht, aber "eins ist klar: Strecken, die heute im deutschen Netz betrieben werden, die werden doch ordentlich in Stand gehalten", behauptet Müller. Und auf die Nachfrage, ob angesichts der bestehenden Probleme mal wieder über eine Kombi-Lösung nachgedacht werde: "Das haben wir nicht auf dem Schirm, das werden wir auch nicht tun, denn wir haben eine andere Planfeststellung". Er glaube, dass das bestehende Konzept "eine Kombilösung nicht notwendig macht."
Der Gerechtigkeit halber muss gesagt werden: Auch die Vertreter der Projektpartner wollen öffentlich nicht von der puren Stuttgart-21-Projektidee weichen. Und um hier Tabula rasa zu machen, müssten sie sich auch halbwegs einig sein. Doch diese Möglichkeit, die angesichts der so massiv zutage getretenen Probleme schon lange nicht mehr so servierfertig auf dem Tisch lag, will keiner weiterdenken. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir nicht, der angesichts der Proteste von S-21-Kritiker:innen vor den Konferenzräumen zwar sagt, er wäre früher auch "gerne oben geblieben". Aber, und da schaltet er wieder wie im Wahlkampf in maximalen Volkstümlichkeitsmodus, "dr Käs isch gessa, dr Kittel gflickt und dr Fisch butzt". Das ist immerhin eine neue Variante, früher nutzte er in S-21-Kontexten meist den Spruch: "Die Katz isch dr Baum nauf". Doch ansonsten honorieren er genau wie OB Nopper oder VRS-Präsident Wieland vor allem Pallas Offenheit und Ehrlichkeit und wünschen sich von der Bahn, dass sie sich ab jetzt einer besseren Kommunikation und einer besseren, zuverlässigeren Umsetzung des Projekts befleißigen – auch wenn in ihren Statements deutlich wird, dass das Vertrauen gestört ist.











