Wir haben sieben Gasgrills aufgebaut, unter identischen Bedingungen getestet und umfangreichen Hitzemessungen unterzogen. Welche Modelle überzeugen und welche enttäuschen, erfahren Sie in unserem Test.Sobald die Temperaturen steigen, wird der Garten zur Outdoor-Küche und der Grill zum Mittelpunkt jeder Grillparty. Während Würstchen und Gemüse meist problemlos gelingen, entscheiden bei Steaks Hitze, Temperaturkontrolle und Grillfläche über das Ergebnis. Genau dabei sollen moderne Gasgrills helfen. Ob ihnen das wirklich gelingt, haben wir mit sieben Gasgrills mit drei oder vier Brennern überprüft. Neben Ausstattung, Verarbeitung und Bedienung bewerteten wir Temperaturen, Hitzeverteilung und Grillergebnisse. Unser Test zeigt, welche Modelle überzeugen und welche hinter den Erwartungen zurückbleiben.Was Sie vorab über unseren Gasgrill-Test wissen solltenÜberraschungssieger: Der Ikea Grillskär wird Preis-Leistungs-Sieger und erzielt die höchsten Temperaturen sowie das beste Steak.Bestes Gesamtpaket: Den Testsieg holt der Burnhard Fred Deluxe Series 4 mit der ausgewogensten Kombination aus Ausstattung, Leistung und Bedienkomfort.Für Grillfans: Der Rösle Allflame Prime 4 richtet sich mit seiner Prime Zone an alle, die kräftige Röstaromen bevorzugen.Mehr Ausstattung ist nicht alles: Entscheidend bleibt das Ergebnis auf dem Rost.Testsieger: Burnhard Fred Deluxe Series 4 ist der beste GasgrillDer Burnhard Fred Deluxe Series 4 gewinnt den Test, weil er Leistung, Ausstattung und Bedienkomfort besonders ausgewogen kombiniert. Drei Hauptbrenner, Heckbrenner, Seitenkochfeld und Infrarot-Keramikbrenner machen ihn zum umfangreichsten Modell im Vergleich.Schon beim Aufbau fällt der Grill auf. Sechs Pakete müssen ausgepackt werden, die Montage gelingt dank vormontierter Schrauben dennoch überraschend einfach. Praktische Details wie schmale Besteckhaken erleichtern später den Alltag.Schwächen gibt es dennoch: Die Türen öffnen etwas schwer und der Infrarotbrenner muss vor jeder Nutzung gegen einen Standardbrenner ausgetauscht werden. Da sich die Hochtemperaturzone im Garraum befindet, muss der Deckel häufig geöffnet werden, was den Parallelbetrieb erschwert. Zudem blieb der Infrarotbrenner im Test sogar leicht hinter den Temperaturen eines normalen Brenners zurück.Dennoch überzeugt der Burnhard im Praxistest. Nach 15 Minuten erreicht er rund 323 Grad im Garraum und bis zu 335 Grad auf dem Rost. Die Temperatur lässt sich gut steuern, verteilt sich jedoch nicht vollkommen gleichmäßig. Steaks erhalten kräftige Röstaromen mit leicht unregelmäßigem Branding, Halloumi und Ananas gelingen gleichmäßiger. Preis-Leistungs-Sieger: Ikea Grillskär überrascht mit dem besten SteakDer Ikea Grillskär ist die größte Überraschung im Test. Er liefert das beste Steak und sichert sich verdient den Titel als Preis-Leistungs-Sieger. Für rund 400 Euro bietet er vier Brenner, ein stabiles Stahlgehäuse und einen doppelwandigen Deckel.Auf Extras wie Seitenbrenner oder Ablageflächen verzichtet Ikea. Diese können bei Bedarf ergänzt werden. Der Aufbau gelingt dank der typischen Ikea-Anleitung besonders einfach. Bereits nach rund 35 Minuten ist der Grill einsatzbereit und damit der schnellste Kandidat im Test.Die fehlende Rückwand fällt kaum auf. Deutlicher machen sich die nicht vorhandenen Rollen bemerkbar, denn der rund 60 Kilogramm schwere Grill lässt sich nur mit Kraft bewegen. Das unterstreicht seinen Charakter als fest installierte Outdoor-Küche.Seine größte Stärke zeigt der Grillskär beim Grillen. Nach 15 Minuten messen wir rund 388 Grad im Garraum und bis zu 450 Grad auf dem Rost. Damit erreicht er die höchsten Temperaturen im Test. Steaks, Halloumi und Gemüse entwickeln kräftige Röstaromen und ein besonders gelungenes Branding. Das beste Grillergebnis im gesamten Vergleich überrascht selbst erfahrene Grillprofis.So haben wir die Gasgrills getestetAlle sieben Gasgrills absolvierten denselben Testparcours. Einheitliche Vorheizzeiten, identisches Grillgut und feste Abläufe sorgten für vergleichbare Bedingungen. Neben der Leistung auf dem Rost bewerteten wir auch Aufbau, Verarbeitung, Ausstattung, Bedienkomfort sowie Messwerte wie Temperatur, Hitzeverteilung, Wärmespeicherung und Reinigungsaufwand. So zeigt unser Test nicht nur, welcher Grill das beste Steak liefert, sondern auch, welches Modell im Alltag überzeugt.Ausstattung und Funktionen: Hier bewerten wir die Ausstattung vom Brennersystem bis zum Unterschrank sowie Extras wie Seitenkochfeld, Heckbrenner oder Hochtemperaturzone. Auch Zündung, Thermometer, Ablagen, Besteckhalter und Fettauffangsystem fließen in die Bewertung ein. So zeigt sich, wie umfangreich die Ausstattung tatsächlich ist.Handhabung: Die Alltagstauglichkeit beginnt bereits beim Aufbau. Deshalb bewerten wir Montage, Anleitung, Zeitaufwand und mögliche Schwierigkeiten. Hinzu kommen Bedienung, Standfestigkeit, Beweglichkeit und der Komfort während des Grillens.Technische Prüfung: Zusätzlich zu den Praxiseindrücken erfassen wir objektive Messwerte. Nach 15 Minuten Vorheizzeit messen wir die Temperaturen im Garraum und auf dem Rost, prüfen die Hitzeverteilung sowie die Regelbarkeit und Wärmespeicherung der Grills.Grillergebnis und Praxiserlebnis: Entscheidend bleibt das Ergebnis auf dem Teller. Bewertet werden Röstaromen, Branding und Bedienkomfort während des Grillens.Unterstützt wurden wir von Jan und Lukasz von den Berlin BBQ Brothers, Vize-Deutsche-Meister bei Grill- und Barbecue-Wettbewerben. Sie begleiteten den Praxistest und sorgten für eine fachkundige Bewertung.Gegrillt wurden Entrecôte-Steaks, die jeweils zwei Minuten pro Seite gegart und nach einer Minute gedreht wurden. Zusätzlich mussten Halloumi und Ananas zeigen, wie gut die Grills mit empfindlichem Grillgut und starker Karamellisierung umgehen. So wurde schnell deutlich, welche Modelle echte Grillergebnisse liefern.Weitere Gasgrills, die wir getestet habenNeben dem Testsieger und unserem Preistipp haben wir noch weitere Gasgrills getestet, die sich ebenfalls lohnen könnten. Für kräftige Röstaromen: Rösle Allflame Prime 4Wer besonders intensive Röstaromen erzielen möchte, findet im Rösle Allflame Prime 4 einen interessanten Gasgrill. Vier Hauptbrenner und eine Prime Zone im Seitentisch versprechen Temperaturen bis 800 Grad und richten sich vor allem an ambitionierte Grillfans. Der Preis liegt bei rund 800 Euro.Im Test erreicht der Grill nach 15 Minuten rund 296 Grad im Garraum und bis zu 359 Grad auf dem Rost. Die Temperatur lässt sich gut regeln und verteilt sich gleichmäßig. Steaks, Halloumi und weiteres Grillgut gelingen ordentlich, könnten aber etwas kräftiger angeröstet sein.Die Prime Zone bleibt hinter den Erwartungen zurück. Selbst nach 20 Minuten messen wir dort maximal 435 Grad auf dem Rost. Dadurch benötigt auch das ausschließlich dort gegrillte Flanksteak deutlich länger bis zur gewünschten Kruste.Beim Aufbau überzeugt der Rösle mit vielen vormontierten Schrauben und einer übersichtlich sortierten Verpackung. Der Grundaufbau gelingt in weniger als 40 Minuten, mit Prime Zone und Seitenteilen steigt der Zeitaufwand allerdings.Auch die Bedienung fällt unkompliziert aus. Während des Vorheizens wird der Deckelgriff jedoch sehr heiß. Bei der Reinigung lassen sich Rückstände zwar problemlos ausbrennen, das anschließende Säubern fällt wegen des kleinen Fettauffangblechs etwas umständlich aus.Platz drei im Test: Weber Spirit EP-435R Stealth EditionWeber gehört zu den bekanntesten Grillmarken, dennoch landet der Spirit EP-435R Stealth Edition für rund 900 Euro im Test auf Platz drei. Seine Stärke liegt weniger in extremer Hitze als in einer gleichmäßigen und kontrollierten Temperatur.Nach 15 Minuten messen wir rund 253 Grad im Garraum und bis zu 307 Grad auf dem Rost. Spitzenwerte erreicht der Weber zwar nicht, dafür bietet er die gleichmäßigste Hitzeverteilung und die beste Wärmespeicherung im Test. Das sorgt für verlässliche Ergebnisse. Das Steak erhält ein sauberes Branding, entwickelt jedoch etwas weniger Röstaromen. Halloumi gelingt hervorragend, während die Ananas eher erwärmt als gegrillt wird.Zwei Brenner lassen sich zur Sear Zone zusammenschalten, die laut Hersteller 40 Prozent mehr Leistung liefern soll. Im Test fällt der Unterschied jedoch gering aus. Das Flanksteak entwickelt kaum zusätzliche Röstaromen und die gemessenen Temperaturen liegen nur leicht über dem Normalbetrieb. Wie beim Burnhard schränkt die Hochtemperaturzone den Parallelbetrieb ein. Zum Lieferumfang gehört außerdem ein Drehspieß.Der Aufbau ist insgesamt logisch, einzelne Arbeitsschritte wirken jedoch unnötig kompliziert. Positiv fällt hingegen das digitale Thermometer auf, das präzisere Temperaturwerte liefert als ein klassisches Deckelthermometer. Die Batterie dafür liegt bei, für die Zündung des Seitenkochers wird zusätzlich eine AA-Batterie benötigt.Im Alltag überzeugt der Weber mit einfacher Bedienung. Dank Snap-Jet-Zündung lassen sich alle Brenner einzeln starten. Die Drehregler arbeiten stellenweise etwas hakelig und der Deckelgriff wird beim Grillen deutlich heiß. Empfehlung vom Profi: Campingaz 3 Series PremiumWer auf überflüssige Extras verzichten kann und einen zuverlässigen Gasgrill sucht, findet im Campingaz 3 Series Premium das passende Modell. Auch Grillprofi Lukasz empfiehlt ihn für alle, die solide Grillergebnisse ohne Hochtemperaturzone bevorzugen. Der Preis liegt bei rund 450 Euro.Mit drei Brennern erreicht der Grill nach 15 Minuten rund 335 Grad im Garraum und etwa 328 Grad auf dem Rost. Damit liegt er im Mittelfeld und liefert eine gleichmäßige Temperatur sowie zuverlässige Ergebnisse. Steaks, Halloumi und Gemüse gelingen gut, auch wenn das Branding etwas dezenter ausfällt.Seine Stärken zeigt der Campingaz im Alltag. Die leichtgängigen Rollen erleichtern das Bewegen des schweren Grills und auch die Reinigung gelingt besonders gründlich. Viele Bauteile, einschließlich der Seitenwände der Brennkammer, lassen sich ausbauen. Ergänzt wird das durch eine große Fettauffangschale.Es gibt aber auch Nachteile. Brennerabdeckungen fehlen vollständig, wodurch Verschleiß und Fettbrandrisiko steigen. Auch die Besteckhaken fallen etwas zu breit aus. Insgesamt eignet sich der Campingaz dennoch für alle, die einen pflegeleichten und alltagstauglichen Grill suchen.Die günstigen Alternativen: Juskys Louisiana oder Taino Brando 4+1Wer möglichst wenig Geld ausgeben möchte, landet schnell beim Juskys Louisiana oder Taino Brando 4+1. Beide Modelle kosten rund 160 Euro und bieten auf dem Papier viel Ausstattung, verlangen in der Praxis jedoch deutliche Kompromisse.Bereits der Aufbau bereitet Probleme. Beim Taino erschweren unvollständige Beschriftungen die Montage. Beim Juskys kommen beschädigte Bauteile, Lackfehler und eine wenig hilfreiche Anleitung hinzu. Teilweise fehlen Kennzeichnungen, beim Zusammenbau brechen Schrauben ab. Dadurch dauert die Montage beider Modelle fast zwei Stunden. Gasschlauch und Druckminderer müssen zusätzlich gekauft werden.Auch beim Grillen zeigen sich deutliche Schwächen. Zwar erreichen beide Geräte ordentliche Temperaturen, Steaks und Ananas entwickeln jedoch kaum Röstaromen und wirken eher gegart als gegrillt. Beim Juskys kommen Kunststoffgeruch, leichte Rauchentwicklung und eine hohe Windanfälligkeit hinzu. Verarbeitung und Materialqualität bleiben insgesamt deutlich hinter den übrigen Testkandidaten zurück.Für gelegentliche Bratwürste reichen beide Modelle aus. Wer regelmäßig Steaks oder anderes Grillgut mit kräftigen Röstaromen zubereiten möchte, fährt mit den höher platzierten Grills deutlich besser.Die Testergebnisse im ÜberblickNach dem Test liegen viele Modelle dicht beieinander. Häufig entscheiden erst Details bei Ausstattung, Bedienkomfort oder Reinigung über die Platzierung. Der Rösle Allflame Prime 4 punktet mit umfangreicher Ausstattung und Prime Zone, die im Praxistest jedoch hinter den Erwartungen bleibt. Auch die Reinigung erfordert etwas mehr Aufwand. Der Weber Spirit EP-435R überzeugt mit gleichmäßiger Hitze und einer kontrollierten Leistung, erreicht dafür aber keine Spitzenwerte. Der Campingaz 3 Series Premium empfiehlt sich als unkomplizierter Alltagsgrill. Besonders positiv fallen die einfache Reinigung und die leichtgängigen Rollen auf. Abzüge gibt es für die fehlenden Brennerabdeckungen und die leicht ungleichmäßige Hitzeverteilung. Beim Juskys Louisiana und Taino Brando 4+1 zeigt sich dagegen deutlich, wo gespart wurde. Verarbeitung, Montage und Grillergebnisse bleiben klar hinter den höherpreisigen Modellen zurück. Vor allem bei Hitzeleistung und Branding können beide nicht überzeugen und liefern eher gegartes als scharf angegrilltes Grillgut.Unser Fazit: Teuer ist nicht automatisch besserDer Test zeigt, dass ein hoher Preis allein noch keinen hervorragenden Grill garantiert. Teurere Modelle bieten zwar meist mehr Ausstattung und ein stimmigeres Grillerlebnis, beim wichtigsten Kriterium, dem Ergebnis auf dem Rost, können jedoch auch günstigere Grills mithalten.Der Ikea Grillskär beweist, dass eine einfache Ausstattung kein Nachteil sein muss. Trotz seines schlichten Konzepts liefert er das beste Grillergebnis und verdient sich damit den Titel als Preis-Leistungs-Sieger. Gleichzeitig ist er die größte Überraschung des gesamten Testfelds.Den Testsieg holt sich dennoch der Burnhard Fred Deluxe Series 4. Er verbindet starke Leistung, umfangreiche Ausstattung und hohen Bedienkomfort zu einem ausgewogenen Gesamtpaket für alle, die regelmäßig grillen und vielseitige Möglichkeiten nutzen möchten.Wer möglichst viele Funktionen und maximalen Komfort sucht, trifft mit dem Burnhard Fred Deluxe Series 4 die beste Wahl. Wer dagegen vor allem hervorragende Grillergebnisse erzielen möchte und auf einige Extras verzichten kann, erhält mit dem Ikea Grillskär besonders viel Grillleistung für sein Geld.Technische Daten allein sagen wenig über die Qualität eines Grills aus – auf dem Rost trennt sich die Spreu vom Weizen. Das beste Steak kommt nicht zwangsläufig vom teuersten Grill.Warum Sie dem WELT-Kaufberater vertrauen können: Der WELT-Kaufberater steht für aufwendige Tests und unabhängige Produktempfehlungen, die wirklich helfen. Dafür sorgt das Kompetenzcenter Tech & Mobility (gehört wie WELT zu Axel Springer) mit einer erfahrenen Fachredaktion und eigenem Testlabor. Seit Jahrzehnten stehen diese Experten mit ihren Tests unter anderem bei COMPUTER BILD und AUTO BILD für höchste Qualitätsstandards.Lesen Sie auch