Moritz Neumeier ist Comedian und politisch engagiert. Im Gespräch erklärt er den Hype um Impro-Comedy – und wann man nach Gags Polizeischutz braucht.
Den Umgang mit der Presse ist Moritz Neumeier eigentlich gewohnt – so auch beim Interviewtermin im Berliner Säälchen zur neuen Staffel seines Comedy-Formats „falsch, aber anders lustig“. Dass die taz zum Gesprächstermin komme, habe ihn aber „nervös“ gemacht, wie er in seinem Podcast zugibt, denn: „Als ich angefangen hab, Zeitung zu lesen, war das meine Zeitung.“
taz: Herr Neumeier, die neue Staffel ihrer Comedy-Show „falsch, aber anders lustig“ beruht zu einem erheblichen Teil auf Improvisation. Kommt es mir nur so vor oder ist Impro im Comedy-Genre gerade schwer angesagt?
Moritz Neumeier: Früher war klar, Comedy ist ein abgesteckter Rahmen, alle bringen den Text mit, den gehst du dann durch. Du bist eher Schauspieler*in. Der nächste Schritt war Stand-up nach amerikanischem Vorbild, also ein bisschen freier und ein bisschen lockerer. Jetzt gibt es so viele Open Mics, dass viele das Gefühl haben: Wir müssen noch mal irgendwas anderes liefern. Impro-Sachen sind aufregender, besonders wenn du sonst dreimal am Abend fünf Tage die Woche auf der Bühne stehst. Plötzlich merkst du: Krass, ich habe keine Ahnung, was passiert, das könnte alles den Bach runtergehen! Es gab schon mal eine Generation von Comedians im deutschen Fernsehen, die das gemacht hat – bei „Schillerstraße“ beispielsweise oder „Frei Schnauze“. Jetzt fängt das langsam wieder an.










