Im Zuge einer bundesweiten Durchsuchungsaktion wegen eines Korruptionsverdachts im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft 2024 sind Ermittler am Mittwoch auch in München tätig geworden. Wie das Referat für Bildung und Sport (RBS) bestätigte, seien ein halbes Dutzend Beamte der Staatsanwaltschaft Bochum und des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen am Morgen mit einem Durchsuchungsbeschluss in der Bayerstraße vorstellig geworden, um Schriftstücke und Dokumente zu sichten.„Konkrete Vorwürfe gegen RBS-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sind derzeit nicht Gegenstand der Ermittlungen“, betonte das Referat in einer schriftlichen Stellungnahme. Vielmehr wollten sich die Ermittlungsbehörden „ein umfassendes Bild über die damaligen Vorgänge und Prozedere verschaffen“. Das Referat versicherte, die Ermittlungen „vollumfänglich“ zu unterstützen. Im RBS war seinerzeit das lokale Organisationsteam der Landeshauptstadt angesiedelt.Im Fokus der Ermittlungen stehen „mutmaßlich gewährte (...) Vorteile, (...) die ein damals für eine Gastgeberstadt tätiger Beschuldigter von hierfür Verantwortlichen der ausrichtenden Gesellschaft erhalten haben soll“, wie es die Ermittlungsbehörden in Nordrhein-Westfalen formulierten. Konkret richtet sich der Verdacht bislang gegen einen Manager der Organisationseinheit Euro 2024 GmbH, die der europäische und der deutsche Fußball-Verband gemeinsam gegründet hatten, sowie einen ehemaligen Angestellten der Stadt Gelsenkirchen, einem der zehn EM-Spielorte.Der kommunale Mitarbeiter soll sich als örtlicher Projektleiter einladen lassen haben, das EM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich am 9. Juli 2024 in München zu besuchen. Das ist insofern von Belang, als städtische Mitarbeiter ja über die Mittelvergabe im Rahmen des Turniers entschieden haben.Bereits vor zwei Jahren war bekannt geworden, dass die Uefa den Ausrichterstädten Tausende Tickets angeboten hatte. Drei Kommunen lehnten das ab, München gehört zu denen, die die Offerte annahmen, ein Kontingent von 4200 Eintrittskarten. Die Stadt verloste die Vorkaufsrechte dann unter ihren Beschäftigten: 2029 Tickets wurden abgerufen, zum regulären Kaufpreis, wie das Investigativ-Medium Correctiv berichtete.Die Linke im Stadtrat hatte schon 2024 Bedenken gegen diese Praxis angemeldet. Nun fordert Fraktionschef Stefan Jagel: „Wir wollen jetzt eine lückenlose Aufklärung des Sachverhaltes und eine inhaltliche Regelung für die Zukunft.“
München: Korruptionsverdacht bei EM-Tickets - Durchsuchung in Behörde
Im Zuge einer bundesweiten Durchsuchungsaktion wegen eines Korruptionsverdachts im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft 2024 sind Ermittler am Mittwoch auch in München tätig geworden.











