PfadnavigationHomeSportFußballWieder Ärger für VerbandRazzia in der DFB-Zentrale – Bestechungsverdacht während EM 2024Von Frank SchneiderStand: 11:08 UhrLesedauer: 2 MinutenWegen Korruptionsverdachts im Zusammenhang mit der Fußball-EM 2024 in Deutschland haben Ermittler die DFB-Zentrale und zahlreiche Stadtverwaltungen durchsucht. Mitarbeiter sollen tausende EM-Tickets zu Vorzugspreisen erhalten haben.Am Mittwochmorgen werden Ermittler unter anderem in der Verbandszentrale ders Deutsche Fußball-Bunds in Frankfurt am Main vorstellig. Es besteht der Verdacht einer „strukturierten Vorteilsgewährung“ und damit auch der Bestechung.Die schlechten Nachrichten für den Deutschen Fußball-Bund wollen nicht enden. Am Mittwochmorgen lief eine bundesweite Razzia wegen der Fußball-EM 2024 in Deutschland an. Mit mehr als 150 Ermittlern durchsucht das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen am Mittwochmorgen die DFB-Zentrale. Auch Rathäuser und Stadtverwaltungen der damaligen Spielorte werden überprüft.Anlass für die Razzia sind unter anderem die Ermittlungen gegen einen Deutschen (66) und einen Franzosen (46). Es geht um Hotel-Einladungen und mehrere Tausend Tickets, die vor der Heim-EM intern möglicherweise illegal an bevorzugte Gäste vergeben worden sein könnten. Es besteht der Verdacht einer „strukturierten Vorteilsgewährung“ und damit auch der Bestechung. Auch Mitarbeiter von Stadtverwaltungen in ganz Deutschland können betroffen sein.Der verdächtige Deutsche ist der Polizei seit Langem bekanntDer Hintergrund: Zur Ausrichtung des Turniers war die „Euro 2024 GmbH“, ein Joint Venture von DFB und Uefa, gegründet worden. Der 46-jährige Franzose kümmerte sich dort um die Beziehungen zu den Austragungsorten – und soll damalige Leiter der jeweiligen „EM-Büros“ in den Städten zu Top-Spielen eingeladen haben. Im Falle des 66-jährigen Deutschen ging es etwa um das sehr attraktive und gefragte Halbfinalspiel Spanien gegen Frankreich in München. Inklusive Reise- und Hotelkosten soll der Ex-Verwaltungsmitarbeiter aus Gelsenkirchen dabei konkret einen finanziellen Vorteil von rund 2400 Euro erlangt haben. Ein Fall von vielen?Der Gelsenkirchener war bereits wegen des Verdachts des Betrugs und der Veruntreuung polizeilich in Erscheinung getreten und ist nicht mehr für die Stadt tätig. Auch sein Haus soll am Mittwoch durchsucht werden. Gegen den Franzosen liegen bislang keine polizeilichen Erkenntnisse vor.Lesen Sie auchOb und in welchem Umfang Tickets und Einladungen angenommen wurden, ist jetzt Gegenstand des Verfahrens. Die Ermittlungskommission durchsucht deshalb die Stadtverwaltungen Gelsenkirchen, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart und München. Zudem gibt es eine Razzia bei zwei Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, einem Unternehmen in Bayern sowie bei der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt/Main als damaligem Sitz der „Euro 2024 GmbH“. Bei der Stadtverwaltung Leipzig wird ein sogenanntes Herausgabeersuchen vollstreckt.