Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen 50-jährigen Soldaten aus Kyjiw. Doch der Prozess um die Nord-Stream-Sprengung könnte auch hochpolitisch werden.

1. Juli 2026, 17:00 Uhr

Der Ukrainer Serhij K. bei seiner Haftvorführung im November 2025. Nun hat ihn der Generalbundesanwalt angeklagt.

© Thilo Schmuelgen/​Reuters

Die Bundesanwaltschaft hat im Fall des Anschlags auf die Nord-Stream-Pipelines Anklage gegen einen 50-jährigen Ukrainer erhoben. Die Ermittler werfen Serhij K. vor, eine siebenköpfige Crew angeführt zu haben, die im September 2022 die Leitungen am Grund der Ostsee gesprengt haben soll. Er habe zivile Energieinfrastruktur angegriffen – nach dem Völkerstrafrecht ein Kriegsverbrechen. Außerdem habe er sich dem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und der Zerstörung von Bauwerken schuldig gemacht.