Berlin. Die Bundesregierung macht bei einem ihrer umstrittensten Sparpläne für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) einen Rückzieher. Statt Pharmaunternehmen künftig jedes Jahr einen neu berechneten Herstellerabschlag aufzuerlegen, will die Koalition nun den festen Rabatt beibehalten und diesen deutlich anheben. Darauf hat sich die Koalition nach Informationen des Handelsblatts geeinigt.Damit schafft Schwarz-Rot die lange von der Branche geforderte Planungssicherheit. Allerdings ist Berlin nicht bereit, die Pharmabranche generell von neuen Belastungen zu befreien. Um die Sparziele der GKV zu erreichen, will die Koalition die Unternehmen deutlich stärker belasten, als es bisher der Fall ist.15,5Prozentsoll der Herstellerrabatt voraussichtlich künftig betragen.Derzeit gewähren Pharmaunternehmen den Krankenkassen auf patentgeschützte Arzneimittel einen gesetzlich vorgeschriebenen Rabatt von sieben Prozent. Künftig soll dieser Herstellerabschlag mit 15,5 Prozent mehr als doppelt so hoch ausfallen, ist aus Koalitionskreisen zu hören.Es ist fraglich, ob die Reaktion Berlins der Pharmabranche reicht. Mehrere Pharmaunternehmen hatten nach den ursprünglichen Plänen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) angekündigt, Investitionen im breiten Stil zu streichen.
Krankenversicherung: Bundesregierung kommt Pharma-Unternehmen entgegen
Die Pharmaindustrie will Milliarden-Investitionen streichen. Jetzt plant Berlin nach Handelsblatt-Informationen, der Branche entgegenzukommen und das Spargesetz anzupassen. Doch reicht das?







