Reicht der von der Rentenkommission entfachte Reformfunke auch für die Lockerung des deutschen Kündigungsschutzes? Hierzulande können sich Unternehmen aus betrieblichen Gründen bloß unter hohen Kosten und Klagerisiken von entbehrlichen Mitarbeitern trennen. Die starren Regeln verhindern die rechtzeitige Anpassung von Geschäftsmodellen an den Markt, bremsen Innovation und Produktivität.Das aber schadet auch den Arbeitnehmern. Statt einen neuen Job zu suchen, wiegt sich mancher selbst in kriselnden Unternehmen in Sicherheit, bis die Insolvenz die Stelle kostet. Dänemark gelingt es beispielsweise, sozialen Schutz und Arbeitsmarktflexibilität besser zu verbinden.Leider zeigt die Bundesregierung keinen Ehrgeiz, die Standortnachteile im Arbeitsrecht zu beheben. So debattiert sie auch im Kündigungsschutz bisher nur über marginale Lockerungen für hoch entlohntes Spitzenpersonal.Selbst dazu scheint die SPD nicht aus Einsicht in die Notwendigkeit bereit, sondern rein taktisch – um der Union im Gegenzug höhere Steuersätze für Besserverdiener abzuhandeln. Solange die Koalition derart eigennützig pokert, bleiben Wachstumschancen ungenutzt.