Vor dem Bundesparteitag der AfD in Erfurt haben der Geschäftsführer der Kampagnenorganisation Campact, Christoph Bautz, und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer ihre Teilnahme an den Protesten des Bündnisses »Widersetzen« angekündigt. Gegenüber dem SPIEGEL sagten die beiden, sie wollten sich am kommenden Wochenende an den »friedlichen Sitzblockaden« beteiligen, um den Parteitag »so lange wie möglich aufzuhalten«.

Zur Begründung verweisen sie auf ein Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte, wonach die AfD »nachweislich verfassungswidrig« sei. Eine Zivilgesellschaft, die »aus den dunkelsten Stunden der Geschichte unseres Landes gelernt hat«, müsse sich gegen Versuche wehren, die Verfassung anzugreifen, heißt es in der Erklärung.Eine gemeinsame Aufgabe aller DemokratenZugleich betonen Campact und Neubauer, Widerstand gegen Rechtsextremismus dürfe »nicht als ein rein linkes Thema verstanden werden«. Es sei eine gemeinsame Aufgabe aller Demokratinnen und Demokraten. Die Proteste in Erfurt sollten deshalb auch die »demokratische Mitte aufrufen und aufrütteln«. Angesichts der politischen Lage könne man sich »Passivität und Gleichgültigkeit nicht leisten«.

Der Bundesparteitag der AfD findet am 4. und 5. Juli auf dem Gelände der Erfurter Messe statt. Mehrere zivilgesellschaftliche Bündnisse haben zu Protesten aufgerufen. Das Bündnis »Widersetzen« plant nach eigenen Angaben Blockaden, um den Parteitag vollständig zu verhindern. Unterstützt wird das Bündnis von der Linkspartei; auch mehrere Bundestagsabgeordnete der Partei haben ihre Teilnahme angekündigt.