Seit Beginn der Schanigartensaison Anfang April beklagen Anwohnerinnen und Anwohner im Univiertel wieder Lärm und Müll. Die Lage hat sich damit kaum verbessert im Vergleich zum Vorjahr – und das, obwohl sich mehrere Kioskbetreiber dazu bereit erklärt haben, nach 24 Uhr kein Flaschenbier mehr zu verkaufen. Zudem wird auf Plakaten rund um die Schellingstraße an die Feiernden appelliert, Toiletten und Mülleimer zu benutzen und nach 22 Uhr auf die Lautstärke zu achten.„Je dichter das Feier-Geschehen, desto weniger ist die Rücksichtnahme auf Anwohnende im Bewusstsein“, so die Bilanz des Allparteilichen Konfliktmanagements (Akim) des Sozialreferats, das regelmäßig vor Ort ist. Demnach gingen regelmäßig Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern bei der Bezirksinspektion und der Regierung von Oberbayern ein, „deren Nachtruhe gestört wird“.SZ Good News:Gute Nachrichten aus München – jetzt auf Whatsapp abonnierenMehr positive Neuigkeiten im Alltag: Die Süddeutsche Zeitung verbreitet jeden Tag auf Whatsapp ausschließlich schöne und heitere Nachrichten aus München und der Region. So können Sie ihn abonnieren.Laut der Stadt ist ein Grund für das andauernde Problem, dass sich einige der Kioske nicht daran halten, nach Mitternacht kein Flaschenbier mehr zu verkaufen. Laut der Bezirksinspektion soll es gar Betriebe geben, die entgegen gesetzlicher Vorgaben außerhalb der Ladenschlusszeiten hochprozentigen Alkohol verkaufen.Dass zudem der Umgang mit den Mitarbeitern der Stadt „zuweilen respektlos“ sei, bedauert das Kreisverwaltungsreferat (KVR) vor allem deshalb, weil man bislang, so heißt es, versucht habe, „alle berechtigten Interessen in einen angemessenen Ausgleich zu bringen und die gesetzlichen sowie vereinbarten Spielregeln vor Ort durchzusetzen“. Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller hofft, dass die Kioskbetreiber „nun ihren Beitrag zu einem guten Miteinander leisten“.Und auch Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) fordert die Kioskbetreiber dazu auf, die vereinbarten Regeln einzuhalten: „Ein Miteinander von Feiernden, Gewerbetreibenden und Anwohnenden kann nur gelingen, wenn alle aufeinander Rücksicht nehmen.“ Der Akim-Bericht zeige, dass das „trotz intensiver Bemühungen“ immer noch nicht passiert. „Ich fordere deshalb alle Gewerbetreibenden im Univiertel auf, sich ab sofort an die vorgeschriebenen und vereinbarten Regeln zu halten und dafür zu sorgen, dass sich der Lärm auf den Straßen ab 22 Uhr deutlich minimiert“, so Krause.Zudem warnt der OB: Sollte bis Mitte Juli „keine deutliche Veränderung spürbar sein“, sehe er sich gezwungen, das Verkaufsverbot für Flaschenbier ab 22 Uhr, das er selbst im vergangenen Spätsommer kassiert hatte, wieder zu verhängen.