Spiel nicht mit den Schrankenkindern: Wie es mittlerweile ist, auf der falschen Seite des Berliner Graefekiezes zu wohnen.
Vielleicht ist jedes Klischee ein Realitätsgarant. Wem ich anvertraue, dass ich im Berliner Graefekiez wohne, der hält sich oft für berechtigt, mir eine Privatmeinung zu grünem Moralismus kundtun zu dürfen. Es kämen jetzt andere Zeiten.
Sah ich mich im letzten Jahrzehnt noch in der Pflicht, unbedingt dagegenzuhalten, sah ich mich mehr und mehr außerstande, Phrasen abzuspulen. Klischees sind nicht böse, aber es ist mit ihnen wie mit Pollenallergie: Davon Betroffene haben nur den Spott oder bestenfalls Achselzucken auf ihrer Seite.
Mit Ohropax gegen den über der Siedlung kreisenden Polizei-Heli gewappnet, mache ich das, was ich sonst immer reflexhaft wegschiebe, wenn es um das Miteinander im Kiez geht: Ich fange an zu grübeln. Wo kommt er her, mein Kiezschnupfen?
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