Schwächere Konjunktur, engere Budgets, steigende Unsicherheit: Beratungsunternehmen haben die aktuellen Herausforderungen ihrer mittelständischen Kunden hautnah erlebt. Dies wirkt sich auch auf das Wachstum des Beratermarktes aus. Mit einem nominalen Plus von 2,8 Prozent auf 51,4 Milliarden Euro liegt das Marktvolumen zwar auf Rekordniveau, abzüglich Inflation aber kaum noch über Vorjahr. In diesen Zeiten sind Kompetenz und Praxisnähe der Beraterinnen und Berater wichtiger denn je: Berater sind keine Krisenverwalter, sondern Antwortgeber auf die Fragen, die mittelständische Unternehmen heute beschäftigen.Genau diese Kompetenzen nimmt der Wettbewerb Top-Consultant in den Blick. Beratungsunternehmen, die sich als Kenner des Mittelstandes bewähren und nachweisen, dass sie ihre Kunden performant und praxisnah beraten, dürfen das Qualitätssiegel Top-Consultant tragen. Die Preisträger wurden vergangene Woche im Rahmen des Deutschen Mittelstands-Summit in Heidelberg ausgezeichnet.
Guttenberg: „Austausch suchen und Ideen teilen“Die Richtung vorgeben: Das sieht der frühere Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (54), Mentor des Wettbewerbs, als wichtigste Aufgabe der mittelstandsorientierten Beratung. „Es bedarf kluger Köpfe, klarer Worte und Mutes. Für viele Unternehmen ist die Komplexität unserer Zeit eine Zumutung, für die Top-Consultants ist sie dagegen Alltag. Das macht ihre Arbeit unverzichtbar“, so Guttenberg. Das Netzwerk der Top-Consultants sei mehr als eine Liste ausgezeichneter Namen: „Es ist ein Kreis kluger, offener Menschen, die den Austausch suchen und Ideen teilen.“Beim Top-Consultant-Wettbewerb steht eine Frage im Mittelpunkt: Wie gut beraten die teilnehmenden Beratungshäuser ihre mittelständischen Kunden? Um dies zu bewerten, führte die „Wissenschaftliche Gesellschaft für Management und Beratung“ (WGMB) im Auftrag von Compamedia eine Kundenbefragung durch. Die Bewerber benannten dafür ausgewählte mittelständische Referenzkunden, die anschließend von der WGMB dazu befragt wurden, wie zufrieden sie mit der erbrachten Beratungsleistung waren – und ob sie das Beratungshaus weiterempfehlen würden. „Auf diese Weise identifizieren wir die Berater, die nachweislich besser mit den besonderen Anforderungen mittelständischer Unternehmen umgehen können als andere“, sagt Professor Dietmar Fink (58), der gemeinsam mit Bianka Knoblach (53) die WGMB leitet.„Eine völlig andere Welt“„Wer im Mittelstand berät, bewegt sich in einer völlig anderen Welt als in einem Dax-Konzern. Dort gibt es für jede Entscheidung fünf Gremien und drei Freigabeschleifen. Im Mittelstand dagegen sitzt dem Berater häufig der Eigentümer selbst gegenüber – jemand, der persönlich ins Risiko geht“, ergänzt Knoblach. Das Team der WGBM nahm deshalb besonders in den Blick, ob die 132 Beratungsunternehmen, die sich in dieser Runde um das Siegel beworben hatten, ihre Kunden mittelstandsgerecht beraten haben. Um Chancengleichheit zu wahren, wird das Top-Consultant-Siegel in drei Größenklassen vergeben, die sich nach der Anzahl der Beschäftigten richten: bis 10 Mitarbeiter, 11 bis 50 Mitarbeiter und mehr als 50 Mitarbeiter. Pro Größenklasse wird zusätzlich ein „Berater des Jahres“ ermittelt – das Unternehmen, das den ersten Platz in seiner Größenklasse belegt.









