Startseite

Unternehmen

Ranking 2026: Diese Unternehmen beraten ihre Kundschaft am besten Die Anforderungen an Unternehmen steigen. Neue Services und Erlebnisse sind gefragt. Ein Ranking zeigt, wer die Kundinnen und Kunden überzeugt.

Jan Wittenbrink 10.06.2026 - 07:50 Uhr Artikel anhörenBeratung im Handel: Neue Services und digitale Hilfen sollen stationäre Geschäfte attraktiver machen. Foto: Getty Images/Westend61Köln. Sie schließen die Waschmaschine an, installieren Satellitenanlagen und beraten zum Smart Home: Der Händler Euronics will seiner Kundschaft mehr bieten als das klassische Elektroniksortiment. Man komme auf insgesamt rund 600 verschiedene Services, sagt Brendan Lenane, Vorstand von Euronics Deutschland. Auch Miet- und Leihangebote zählen dazu. Etwa 1000 Mitgliedsunternehmen und mehr als 1200 Handelsstandorte zählt die Genossenschaft, die ihre Angebote zentral bündelt. Mitglieder decken zudem auch eigenständig regionale Anforderungen ab. „Wir unterstützen sie dabei mit unserer betriebswirtschaftlichen Beratung“, sagt Lenane. Das gilt etwa bei der Preisfindung für bestimmte Services.Bei den Verbrauchern kommt solche Dienstfertigkeit gut an: Das Kölner Marktforschungsinstitut Servicevalue hat im Auftrag des Handelsblatts in 36 Branchen untersucht, wie es um die Kundenfachberatung steht. Mehr als 15.000 Kundinnen und Kunden wurden in diesem Frühjahr zu ihren Erfahrungen im stationären Handel befragt. Euronics erzielte den Spitzenwert bei den Elektro-Fachmärkten. Zu den zehn Leistungsmerkmalen zählten auch die soziale und fachliche Kompetenz der beratenden Person und der persönliche Nutzen. Auch die Angemessenheit des zeitlichen Aufwands wurde erfragt.Dass Dienstleistungen im Handel stärker in den Fokus rücken, belegt auch eine aktuelle Studie des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln. Eine Erkenntnis: Der klassische Produktverkauf bleibt zwar wichtig, verliert jedoch kontinuierlich an Umsatzanteilen. 2025 wurden im stationären Handel nur noch etwas über 60 Prozent der Umsätze mit Waren der Kernbranchen erzielt. Zu diesen zählen etwa Mode, Lebensmittel, Wohnen oder Elektronik. Händler verlagern ihr Geschäft zunehmend in Onlineshops. Gleichzeitig gehe es um neue Wertschöpfungsquellen, sagt IFH-Geschäftsführer Boris Hedde: „Services wie Reparaturen, Montageleistungen oder Mietmodelle versprechen für die Zukunft besonders hohe Wachstumsraten.“Einzelhandel So überführt Künstliche Intelligenz sogar Diebe im Supermarkt Starke Community zähltFür die Händler sei es entscheidend, solche Dienstleistungen über kostenlose Beratung hinaus zu monetarisieren und zum Geschäftsmodell zu machen, sagt Hedde. Auch Events können dazu beitragen. Im Sportartikelhandel wollen viele Händler mit Lauftreffs oder Fitness-Workshops eine starke Community aufbauen. Schließlich gehe es auch darum, vorhandene Flächen in Zeiten des E-Com­merce­ neu zu nutzen. Manche schaffen Studioflächen für Videostreams und Influencer-Marketing, andere nutzen große Bildschirme als neue Werbeflächen. „Idealerweise werden Waren hier so präsentiert, dass es den Kunden auch bei der Entscheidungsfindung hilft“, sagt Hedde. Videoinhalte könnten die klassische Beratung ergänzen. Händler und Markenhersteller könnten noch enger zusammenarbeiten, um entsprechenden Content zu schaffen.Heute gehe es darum, klassische Beratung mit digitalen Mitteln zu erweitern, sagt Servicevalue-Geschäftsführer Claus Dethloff. Zugleich müsse man auf der stationären Fläche Erlebnisse schaffen. „Kunden erwarten, dass zum Beispiel der Berater im Möbelhaus eine Planungssoftware nutzt.“ Auch ließen sich – wie im E-Commerce – Datenanalysen im Hintergrund nutzen, um in Echtzeit noch individuellere Empfehlungen aussprechen oder exakte Lieferzeiten ermitteln zu können.Digitale Technologien und KI könnten die Beratungsqualität heben, sagt auch Euronics-Vorstand Lenane. „Sie helfen, Kundenbedürfnisse besser zu verstehen, relevante Informationen schneller bereitzustellen und Prozesse effizienter zu gestalten.“ So bleibe mehr Zeit für das persönliche Gespräch. Den Mitgliedern biete man praxisnahe Verkaufstrainings an: Schulungen am Point of Sale, klassische Seminare oder Webinare.Beratung werde immer anspruchsvoller, sagt Hedde: „Die Leute informieren sich heute oft schon vor dem Ladenbesuch online und kommen sehr gut vorbereitet ins Geschäft.“ Reine Kompetenz bei Produkten und Sortimenten genüge nicht mehr. „Es geht auch um ein Verständnis von Bedürfnissen und Freizeitvorlieben verschiedener Zielgruppen.“ Junge Zielgruppen seien stark von der Schnelllebigkeit von Social Media beeinflusst: „Die Zyklen aufeinanderfolgender Trends werden immer kürzer.“ Der Handel müsse sich anpassen.Zwei Welten verbindenBei Euronics sei der Online-Marktplatz für viele Kunden das Eintrittstor, sagt Lenane. Sie würden dort Produkte vergleichen und Verfügbarkeiten prüfen. „Der Verkaufsabschluss kann direkt online erfolgen, aber findet auch häufig im stationären Geschäft statt.“ Per Click & Collect oder digitaler Terminvereinbarung verbinde man beide Welten. Das Genossenschaftsmodell helfe, indem es Größenvorteile und Einkaufsmacht mit lokalem Unternehmertum kombiniere. „Diese Struktur ermöglicht Nähe zum Kunden und schnelle Anpassung an regionale Bedürfnisse.“Auffällig im Servicevalue-Ranking: Branchen mit Gesundheitsfokus schnitten bei der Beratungsleistung in der Tendenz besonders gut ab. Die Apotheken-Kooperationen erzielten über alle Branchen hinweg den Spitzenplatz. Vordere Plätze belegten auch Optikerketten und Hörgeräteakustiker. Hier sei der persönliche Nutzen einer guten Beratung oft besonders groß, sagt Dethloff – schließlich verspreche man sich vom Besuch eine Besserung des Wohlbefindens. Gleichzeitig könne man mit mangelhafter Beratung aber auch leicht Kunden verlieren, etwa wenn ein empfohlenes Medikament nicht wirke oder unerwartete Nebenwirkungen aufträten. Methodik Im März und April dieses Jahres hat die in Köln ansässige Analyse- und Beratungsgesellschaft Servicevalue insgesamt 15.021 Kundinnen und Kunden zu 711 Unternehmen aus 36 Branchen befragt. Ein Urteil abgeben durfte, wer in den zwölf Monaten zuvor eine Fachberatung beim betreffenden Unternehmen in Anspruch genommen hatte. So kamen insgesamt 37.683 Kundenurteile zusammen.In der Online-Befragung sollten zehn Leistungsmerkmale bewertet werden. Diese reichen von der ersten Kontaktaufnahme mit dem Fachberater oder der Fachberaterin über das persönliche Erscheinungsbild und soziale Kompetenz bis hin zur Bedarfsermittlung und Angebotsvermittlung. Auch der persönliche Nutzen sowie die Angemessenheit des zeitlichen Aufwands wurden abgefragt.Die Befragten konnten Noten von 1 („ausgezeichnet“) bis 5 („schlecht“) in einzelnen Kategorien vergeben. Das Unternehmen, das innerhalb seiner Branche den besten Wert erzielte, wurde als „Beste Kundenfachberatung“ ausgezeichnet. Servicevalue weist zudem die Mittelwerte für Branchen aus und hat eine Bewertung für einzelne Beratungsthemen bei Banken und Versicherern erstellt.Generell zeige sich in der Marktforschung: Vertrauen ist im Handel schwer zu erarbeiten – und kann leicht wieder verloren gehen. Nischenanbieter mit kleinerem Kundenstamm und klarer Zielgruppe könnten hier im Vorteil sein, sagt Dethloff. Schließlich lasse sich da der persönliche Kontakt leichter aufbauen und halten. Zugleich bestehe eine konkrete Gefahr: Negative Kundenurteile werden heute als Online-Rezensionen öffentlich, das Echo kann gewaltig sein. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt