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Ranking 2026: Das sind die besten Unternehmensberatungen des Jahres KI beflügelt die Consultingbranche. Zugleich wächst der wirtschaftliche Druck auf die Beratungen. Die Vorreiter testen neue Geschäfts- und Erlösmodelle.

Manuel Heckel 14.07.2026 - 09:56 Uhr Artikel anhörenDie Zukunft der Beratung: KI ergänzt Berater und verändert das Geschäft. Foto: Getty ImagesKöln. Florian Langer steht bald auf Knopfdruck bereit. Zumindest seine Digitalversion gibt gerne einen ersten Rat. Langer, Partner bei MHP in Ludwigsburg, hat einen digitalen Zwilling von sich selbst erschaffen lassen. Der Avatar wurde trainiert mit dem Fachwissen des erfahrenen Beraters. Die Idee: Bei spontan auftretenden Fragen können Unternehmen künftig schon einmal auf die virtualisierte Expertise zurückgreifen. Und das ganz ohne Terminabstimmung. Langer sieht sich als Trendsetter. „Digitale Experten, die für bestimmte Themen wie Strategie, Technologie oder Markenführung stehen, könnten in Zukunft mit vom Kunden eingekauft werden“, sagt er.Ein ungewöhnlicher Ansatz angesichts der Exklusivität, die für manche Berater ein elementarer Image-Bestandteil ist. Das Beispiel zeigt auch, wie radikal einige Vorreiter in der Consultingbranche umdenken. „Niemand kann uns sagen, wie unser eigenes Geschäftsmodell in fünf Jahren aussehen wird“, sagt Langer. „Aber wenn wir heute nicht Dinge ausprobieren, dann können wir morgen nicht mitbestimmen – es ist ein Stück weit eine Flucht nach vorne.“Viele Jahrzehnte ging es für deutsche Beratungen stabil nach oben, abgesehen von Konjunkturschwankungen in Kundenbranchen. Kam neue Technologie dazu, entstand meist neuer Beratungsbedarf. So wuchsen erfolgreiche Beratungshäuser in allen Größenklassen. Auch in diesem Jahr hat das Handelsblatt Research Institute einige von ihnen als beste Consultinghäuser für bestimmte Branchen ausgezeichnet.Beratungen So funktionieren Aufstieg und Einfluss bei den Big Four 2026 Der Druck wächstLaut einer Umfrage des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) kann die Branche für 2026 mit einem Umsatzplus von 4,5 Prozent auf 51,5 Milliarden Euro rechnen. Doch Künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass das klassische Geschäftsmodell – Wissen und Zeit gegen Geld – langfristig massiv unter Druck gerät. „Unternehmensberatungen müssen vor dem Hintergrund des Technologiewandels überlegen, ob sie Transformationsagent oder -opfer sein wollen“, sagt Iris Grewe, BDU-Präsidentin und Deutschlandchefin von Bearingpoint. Viele Beratungsfirmen sind nun dabei, nicht nur ihre Kunden, sondern auch sich selbst neu aufzustellen.Die Strategien unterscheiden sich. In den letzten Jahren haben viele Consultingfirmen versucht, möglichst viele Dienstleistungen anzubieten – von der Analyse über die Strategieentwicklung bis zur Umsetzung eines Designs oder einer IT-Lösung. KI ermöglicht es Unternehmen jetzt, einige Aufgaben selbst zu erledigen. „Der Kunde wird ein Stück weit cleverer“, sagt Thomas Deelmann, der die Consultingbranche als Professor an der Hochschule für Polizei und Verwaltung beobachtet. In jedem Fall wissen die Kunden, dass sich viele Teil­aufgaben günstiger erledigen lassen als früher. Sie versuchen daher, die Honorare zu drücken.Die Beratungsbranche sucht nun die passende Positionierung, um die nachgefragten Kompetenzen je nach Branche marktgerecht anzubieten. „Wir müssen ein Stück weit besser werden, unser Wissen über Unternehmen und Themen mit IT-Know-how anzureichern“, sagt Marc Fuchs, der das Geschäft der finnischen Beratung Gofore in Deutschland, Österreich und der Schweiz leitet. Allen gelingt das nicht. Auch deshalb kommt es häufiger zu Konsolidierungen.Zugang per ZukaufGofore hat in Deutschland bereits drei Beratungen übernommen, die beispielsweise stark im öffentlichen Sektor vertreten waren. Die Idee: „Wir kaufen uns den Zugang zu Kunden und deren IT- und Prozesswelten“, sagt Fuchs. „Das hilft uns, die Zeiten beim Geschäftsaufbau zu verkürzen.“ Methodik Für das Ranking der Handelsblatt-Top-Beratungsunternehmen hat das Handelsblatt Research Institute (HRI) im ersten Schritt eine Expertengruppe identifiziert. Sie besteht aus über 16.500 Beraterinnen und Beratern, die in rund 500 Beratungsunternehmen beschäftigt sind.Diese Peergroup wurde dazu befragt, welche Consultingfirmen sie für die renommiertesten in den jeweiligen Beratungsbereichen oder beratenen Branchen hält. Dabei wurden Eigenbewertungen und Stimmenkartelle ausgeschlossen. Die Top-Listen sind das Ergebnis dieser Umfrage.Zudem spüren die Consultingfirmen den Druck, sich stärker gegenüber Kunden zu öffnen. MHP hat mit Decision OS ein KI-Betriebssystem aufgebaut, über das sich in wenigen Minuten eigentlich viel längere Strategie- und Verhandlungsgespräche simulieren lassen. Damit unterstützen Berater ihre Kunden bei anstehenden Entscheidungen. Ein Vorsprung bei Wissen oder Methoden, lange Zeit die Kernwährung im Consulting, ist laut Langer nicht mehr ausreichend: „Wir haben jetzt eher die Chance, den Kunden zu befähigen“, sagt der MHP-Partner.Auch alternative Bezahlmodelle werden häufiger diskutiert. Beratungen versuchen, mit eigenen Softwareprodukten zusätzliche Umsätze zu erzielen. Bei Gofore ist so eine Simulationssoftware entstanden. Oliver Wyman unter dem Dach des Konzerns Marsh McLennan vermarktet seit zwei Jahren die eigene KI-Plattform Quotient. In den Tools stecke Berater-Know-how, heißt es.Neue AbrechnungslogikTraditionell verdient die Beratungsbranche gutes Geld nach dem Motto „Time and Material“. Abgerechnet werden Tagessätze der eingesetzten Berater und Spesen. Bei KI-Agenten, die ohne Blick aufs Arbeitszeitgesetz vor sich hin programmieren und analysieren, muss umgedacht werden.Das führt zu Herausforderungen: Bislang erledigten eher junge Berater das Gros der Projektarbeit – und sorgten so für den höchsten Deckungsbeitrag. Verkleinern sich die eingesetzten Teams, sinken Umsätze und vor allem Margen schnell.Offensiver wird nun über Bezahlmodelle gesprochen, bei denen Consultingfirmen am konkreten Erfolg ihres Einsatzes gemessen werden. McKinsey-Spitzenmanager Fabian Billing sagte vor zwei Wochen im Handelsblatt, dass rund 40 Prozent aller Projekte bereits eine leistungsbezogene Vergütungskomponente enthielten.Auch BDU-Präsidentin Grewe erwartet, dass sich „trotz bisher uneinheitlicher kundenseitiger Nachfrage ergebnis- und erfolgsbasierte Modelle auf längere Sicht durchsetzen“ werden. Einfach sei dieser Umstieg nicht, kommentiert Experte Deelmann. „Es ist in vielen Projekten extrem schwer für die Kunden, den exakten Wertbeitrag eines Beratungsunternehmens zu messen.“ Schließlich müssten die Auftraggeber mit der Unsicherheit umgehen, wie hoch die Rechnung der Consultants am Ende ausfällt. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt