Die schwache Wirtschaftslage bekommen auch die Unternehmensberater zu spüren. Die 20 größten Managementberatungen mit Hauptsitz in Deutschland sind im vergangenen Jahr im Mittel nur noch um 4,1 Prozent gewachsen – das war deutlich weniger als im Jahr zuvor, als sie noch um 7,5 Prozent zugelegt hatten. Die großen internationalen Beratungshäuser verloren im Jahr 2025 noch mehr an Schwung und wuchsen im Mittel nur noch um rund drei Prozent, gegenüber 7,3 Prozent im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsunternehmen Lünendonk.Der internationale Beratungsmarkt wird in diesem Jahr angeführt von der Beratungssparte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte. Deren Beratungsumsatz im vergangenen Jahr taxiert Lünendonk auf rund 43,7 Milliarden Dollar. Dahinter folgt der frühere Spitzenreiter Accenture mit Beratungsumsätzen von rund 35,1 Milliarden Dollar. Der Aktienkurs von Accenture ist in den vergangenen Monaten aber stark unter Druck geraten: Die Aktie hat innerhalb von 18 Monaten rund zwei Drittel ihres Werts verloren, nachdem unter Anlegern offensichtlich die Furcht aufgekommen ist, dass die KI die Nachfrage nach Outsourcing-Dienstleistungen untergraben könnte, die in den vergangenen Jahren maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen hatten.Den Umsatz der größten Strategieberatung der Welt, McKinsey, taxiert Lünendonk auf 17,5 Milliarden Dollar, das wäre ein beachtliches Plus von rund neun Prozent. Da McKinsey – anders als früher – keine Umsatzzahlen mehr veröffentlicht, mussten die Zahlen geschätzt werden und sind laut Marktforscher Jörg Hossenfelder mit erheblicher Unsicherheit verbunden. Im Vorjahr war McKinsey nach Einschätzung von Lünendonk noch geschrumpft, nachdem das Unternehmen die Zahl seiner Mitarbeiter um rund 5000 reduziert hatte. Sehr stark gewachsen ist im vergangenen Jahr das auf Restrukturierung spezialisierte amerikanische Beratungshaus Alvarez & Marsal, das seinen Umsatz von 3,3 auf 4,5 Milliarden Dollar steigern konnte.Unter den deutschstämmigen Beratungshäusern konnte Roland Berger seine Spitzenstellung behaupten. 2025 ist es den Münchenern gelungen, beim Umsatz die Milliardenmarke zu überspringen (F.A.Z. vom 28.05.2026). Das hatten sie zwar zwei Jahre zuvor schon einmal geschafft, doch sie konnten den Umsatz im folgenden Jahr angesichts der geopolitischen Unsicherheiten nicht halten. Zugelegt hat 2025 auch die auf Preisgestaltung spezialisierte Beratung Simon-Kucher. Ihr Umsatz stieg um sechs Prozent auf 606 Millionen Euro.Auf den Rängen unmittelbar darunter bewegte sich nur wenig. Umsatzverluste erlitten Ingenics (minus 18 Prozent), Unity (minus zehn), Porsche Consulting (minus neun) und Detecon (minus acht). Deutliche Zugewinne konnten vor allem einige kleinere Beratungshäuser verzeichnen: Am stärksten zugelegt haben Quattron (plus 26 Prozent), Argon (20), Stern Stewart (19) sowie Horn & Company (18). Gerade unter den mittelständischen Beratungshäusern gab es in den vergangenen Jahren etliche Übernahmen auf dem deutschen Markt – auch befeuert durch das Engagement der Private-Equity-Branche. Laut Lünendonk sind acht der 20 größten deutschen Beratungshäuser mittlerweile Kooperationen mit Private-Equity-Fonds eingegangen.Insgesamt resümiert Lünendonk-Marktforscher Jörg Hossenfelder: „2025 war kein gutes Jahr für die Berater.“ Im Zeitraum zwischen 2007 und 2024 habe sich das Marktvolumen der Berater in Deutschland verdreifacht, im vergangenen Jahr aber habe es nahezu stagniert. Trotz ausgiebiger KI-Nutzung sind die Pro-Kopf-Umsätze je Berater im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Lediglich größere Beratungshäuser hätten sich diesem Trend entziehen können, heißt es in der Untersuchung der Marktforscher.In diesem Jahr soll es für die Branche wieder besser werden. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) prognostiziert für 2026 ein Marktwachstum von rund 4,5 Prozent in Deutschland. Allerdings lag der BDU mit seinen Prognosen in den vergangenen beiden Jahren daneben. Schon zweimal hatte der Verband prognostiziert, die Umsätze der Berater in Deutschland könnten über die 50-Milliarden-Euro-Umsatzmarke steigen, aber bislang wurde die Schwelle nie erreicht. Die Marktforscher von Lünendonk sind in ihrer Prognose etwas vorsichtiger und rechnen mit Zuwächsen von lediglich drei bis 3,5 Prozent.
Unternehmensberatungen in Deutschland: Schwaches Wachstum im Jahr 2025
Die deutschen Unternehmensberatungen wachsen zwar noch, aber deutlich langsamer als in den Vorjahren. Einzelne kleinere Beratungshäuser konnten aber deutlich zulegen.







