PfadnavigationHomeGesundheitInvasive ArtJetzt sollen Fischer den giftigen Hasenkopf-Kugelfisch im Mittelmeer stoppenStand: 11:19 UhrLesedauer: 3 MinutenGefangene Exemplare des Hasenkopf-Kugelfisches (Lagocephalus sceleratus)Quelle: Gerasimos Kondylatos/dpaVor den Stränden des Mittelmeeres breitet sich der Hasenkopf-Kugelfisch aus. Die invasive Art ist giftig und kann fest zubeißen. In Griechenland wurde nun ein Kopfgeld auf das Tier ausgesetzt.Er beißt Getränkedosen mühelos durch und muss fast keinen anderen Meeresbewohner fürchten. Der Hasenkopf-Kugelfisch breitet sich im Mittelmeer aus. Jetzt sollen Fischer die invasive Art bekämpfen. Dafür soll es nun ein Kopfgeld für den giftigen Fisch geben.In bestimmten Regionen Griechenlands erhalten Fischer im Rahmen eines Pilotprojektes Prämien für den Fang des Hasenkopf-Kugelfisches (Lagocephalus sceleratus). Vorerst wendet sich die Unterstützung an Berufsfischer rund um Kreta und in der südlichen Ägäis, wie der Nachrichtensender Skai berichtet. Pro Kilo der invasiven Fischart sollen dann 5,33 Euro gezahlt werden. Fischerei-Verbände begrüßen das Programm, denn der Hasenkopf macht Fischern das Leben schwer und bringt das Ökosystem durcheinander.Der recht unscheinbare Fisch, der gewöhnlich etwa 40 Zentimeter lang und 9 Kilogramm schwer ist, stammt eigentlich aus dem Indischen Ozean und dem Pazifik. Durch den Suezkanal wanderte er ins Mittelmeer ein, wo er erstmals 2003 nachgewiesen wurde.Obwohl es nach Angaben des Griechischen Zentrums für Meeresforschung (HCMR) nur wenige gezielte Studien zur Auswirkung des Hasenkopfs auf die Biodiversität gibt, deuten wissenschaftliche Modelle darauf hin, dass er negative Folgen hat. Die Art sei anpassungsfähig und es gebe wenige natürliche Fressfeinde, heißt es beim HCMR.Lesen Sie auchIn griechischen Medien erlebte der Hasenkopf zuletzt enorme Aufmerksamkeit: zum einen, weil er giftig ist und nicht verzehrt werden darf, zum anderen, weil er sehr scharfe, schnabelartige Zähne hat und Fischer immer wieder von heftigen Bisswunden berichten, die sie etwa beim Säubern der Netze erlitten. Lesen Sie auchBeim HCMR gibt man jedoch für Badegäste Entwarnung. Es sei bislang nur ein einziger Vorfall aus dem Jahr 2022 bekannt, bei dem ein Badender gebissen wurde. Des Weiteren auch nur ein Fall von Vergiftung: fünf ausländischen Matrosen angelten den Fisch und verzehrten ihn, vergifteten sich dadurch, aber starben nicht daran.Fangprämien auch in der TürkeiDer Hasenkopf enthält das Nervengift Tetrodotoxin (TTX), das die Reizweiterleitung in den Nerven blockiert und durch Erhitzen beim Kochen nicht zerstört wird. Dennoch beruhigt man beim HCMR, die Risiken seien äußerst gering – wesentlich häufiger gebe es Verletzungen etwa durch das heimische Petermännchen. Die Fangprämie zielt auch nicht auf die Badenden, sondern auf die Fischer ab, denn der Hasenkopf frisst ihnen die Netze leer und zerbeißt sie dabei. Und er vermehrt sich stark, wodurch heimische Arten verdrängt werden.Lesen Sie auchIn türkischen Gewässern, wo der Fisch schon vor Jahren zum Problem wurde und wo es ebenfalls Prämien für seinen Fang gibt, sieht man die Aktion als Erfolg. So wurden laut türkischem Landwirtschafts- und Forstministerium im vergangenen Jahr rund 290.000 Hasenköpfe gefangen. Dies habe Schätzungen zufolge 22 Millionen neue Individuen verhindert.Der griechische Minister für ländliche Entwicklung und Ernährung, Margaritis Schinas, gibt sich zurückhaltend. „Unser Ziel ist es, Anreize zu schaffen, aber offen gestanden werden wir keine spektakulären Veränderungen sehen“, sagte er gegenüber griechischen Medien. Ausrottung sei nicht möglich, es gehe vielmehr um die Begrenzung der Population vor allem während der Laichzeit und um die Unterstützung der Berufsfischer, denen das Tier die Netze leerfrisst. Ansonsten, so bilanziert Schinas, sei der Hasenkopf-Kugelfisch leider gekommen, um zu bleiben.rc mit dpa