Thomas Kram, ehemaliges Mitglied der Revolutionären Zellen, über die Flugzeugentführung vom 27. Juni 1976, linken Terrorismus und alten Debatten, die wieder aktuell wirken.
Am Vormittag des 27. Juni 1976 kidnappt ein deutsch-palästinensisches Kommando eine Maschine der Air France bei einem Zwischenstopp in Athen. Flug 139 befindet sich auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris. An Bord des Airbus A300 befinden sich zwölf Personen Besatzung und 258 Fluggäste.
Die zunächst vier Entführer versehen die Ein- und Ausgänge des Flugzeugs mit Sprengsätzen. Nach einem Zwischenstopp in Bengasi, Libyen, wird die Maschine nach Entebbe, Uganda, umgeleitet. Dort stoßen drei weitere palästinensische Terroristen zu dem Kommando. Die Entführer behalten die 106 israelischen und andere für jüdisch gehaltenen Reisende als Geiseln. Die übrigen lassen sie frei.
Das Kommando will im Tausch mit den Geiseln 53 Gefangene in Europa und Israel freipressen – darunter Angehörige palästinensischer Organisationen, der Japanischen Roten Armee, der deutschen Rote-Armee-Fraktion (RAF) sowie der Bewegung 2. Juni. Eine israelische Spezialeinheit befreit in der Nacht zum 4. Juli 1976 die Geiseln, die in der alten Transithalle des Flughafens von Entebbe festgehalten wurden.













