PfadnavigationHomePolitikDeutschlandEx-FinanzministerLindner nennt schwarz-rote Rentenpläne „Standortrisiko erster Klasse“Stand: 05:01 UhrLesedauer: 2 MinutenChristian Lindner (FDP), Lars Klingbeils Vorgänger als BundesfinanzministerQuelle: REUTERS/Annegret HilseDie Rentenkommission hat 33 Empfehlungen für eine Reform vorgelegt, die Kanzler Merz vollständig umsetzen möchte. Ex-Finanzminister Christian Lindner hält eine davon für besonders riskant.Der frühere Bundesfinanzminister und Ex-FDP-Vorsitzende Christian Lindner warnt vor der im Zuge der Kapitalrente geplanten Beitragserhöhung. „Die Arbeitskosten weiter zu verteuern, ist ein Standortrisiko erster Klasse“, sagte Lindner im Interview mit dem „Tagesspiegel“. „Deutschland fällt wirtschaftlich zurück, da ist jede weitere Verteuerung von Arbeit falsch.“ Er zeigt sich davon überzeugt, dass man einen Kapitalstock auch innerhalb der bestehenden gesetzlichen Rente, also ohne Beitragserhöhungen, aufbauen kann.Die Risiken eines etwaigen Börsen-Crashs hält der ehemalige FDP-Vorsitzende für vertretbar. „Langfristig überwiegen die Chancen die Risiken“, sagte Lindner. Erstens werde über Jahrzehnte gespart, nicht auf einen Schlag investiert. Zweitens werde über Märkte, Währungen, Branchen, Anleihen und Aktien breit gestreut. Und drittens erfolge die Entnahme ebenfalls schrittweise. „Selbst dramatische Einbrüche sind Jahre später oft nur ein kurzer Rücksetzer“, sagte er.Lesen Sie auchEin Gesetzespaket, bestehend aus allen 33 Empfehlungen der Rentenkommission, würde er nach eigener Aussage nicht unterschreiben. „Nein, das Ergebnis der Kommission würde ich mir nicht einfach so zu eigen machen“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Er kritisierte vor allem die Einbeziehung der Selbstständigen und die Erhöhung der Rentenversicherungsbeiträge durch die Kapitalrente. „Die Einbeziehung der Selbstständigen in die gesetzliche Rente wird beispielsweise das Demografieproblem nicht lösen, sondern verschärfen“, sagte der ehemalige FDP-Vorsitzende. Zwar komme kurzfristig mehr Geld ins System, später würden aber Anwartschaften fällig.Kein „Gesamtkunstwerk“Anders als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hält Lindner das Rentenpaket daher auch nicht für ein „Gesamtkunstwerk“. „Ich würde nicht von einem Kunstwerk sprechen“, sagte er. Es sei „ein gutes Werkstück“.Lesen Sie auchIhn selbst reize die Aufgabe, an einer Rentenreform mitzuwirken, nicht mehr. „Jetzt widme ich mich neuen, spannenden Aufgaben, die mich intellektuell herausfordern“, sagte er.lay