PfadnavigationHomePolitikDeutschlandEx-Finanzminister Lindner„Was hat Friedrich Merz früher beruflich gemacht?“Stand: 15:28 UhrLesedauer: 2 MinutenChristian Lindner, früherer FDP-Chef und FinanzministerQuelle: Bernd von Jutrczenka/dpaDie Rentenreform sorgt weiter für Streit. Ex-Finanzminister Christian Lindner kritisiert die Pläne der Bundesregierung scharf, attackiert Bundeskanzler Friedrich Merz persönlich und erwartet turbulente Debatten in der SPD.Christian Lindner geht Bundeskanzler Friedrich Merz für seine Aussagen zur neuen Kapitalrente scharf an. „Man fragt sich, was hat Friedrich Merz früher beruflich gemacht“, sagte der ehemalige Bundesfinanzminister und FDP-Vorsitzende im Interview mit dem „Tagesspiegel“.Merz hatte am Dienstag die Beitragserhöhung um zwei Prozentpunkte durch die Kapitalrente damit gerechtfertigt, dass dem deutschen Kapitalmarkt mindestens 30 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung stünden. „Das Argument überrascht wirklich“, sagte Lindner. Der frühere FDP-Politiker verwies darauf, dass das angesparte Geld für den Kapitalstock überwiegend nicht in Deutschland angelegt werden dürfe. „Das muss weltweit diversifiziert werden, um eine im Risiko gestreute, sichere und profitable Anlage zu haben.“Lesen Sie auchDass die SPD offen ist, die sogenannte Rente mit 63 abzuschaffen oder die Lebensarbeitszeit zu verlängern, habe er nicht erwartet. „Diese Elemente der Rentenpolitik waren rote Heiligtümer“, sagte Lindner. „Das wäre ein Gewinn für das Land, aber auch der erste große Sieg der Union über den Koalitionspartner.“ Lindner vermutet, dass Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mit ihrem parteiinternen Widerstand nicht alleinbleiben wird. „In jedem Fall könnten nach den Landtagswahlen ganz neue Führungsfragen bei der SPD aufgeworfen werden.“Die Bundesregierung will die umfangreichen Empfehlungen der Kommission möglichst eins zu eins umsetzen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ebenso wie die SPD-Co-Vorsitzende, Arbeitsministerin Bärbel Bas, wollen das Gesamtkonstrukt „nicht zerreden“ lassen. Die Vorschläge werden innerhalb der SPD kontrovers diskutiert.Lesen Sie auchLindners Vorschlag einer Aktienrente wurde in den Ampel-Koalitionsverhandlungen deutlich abgeschwächt. „Nach meiner Erinnerung war eine Einigung mit der SPD leichter möglich als mit den Grünen“, sagt der frühere FDP-Chef heute. Nur die Grünen hätten noch mehr Skepsis in Kapitalmarktfragen gehabt. „Übrigens kam noch schärfere Kritik aus der Opposition vom heutigen Bundeskanzler.“jra