Berlin. Zwischenrufe der AfD, Beifall der CDU: Die Regierungsbefragung von Bundeskanzler Friedrich Merz am Mittwoch verlief inzwischen gewohnt aufgeheizt. Zum zweiten Mal in diesem Jahr stellte sich der Kanzler im Bundestag den Fragen der Abgeordneten. Im Fokus standen vor allem die Reformvorschläge der Rentenkommission, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurden.Merz strebt eine möglichst unveränderte Umsetzung der Empfehlungen an, die unter anderem eine schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters vorsehen. Und trat am Mittwoch im Bundestag selbstbewusst auf.Als ein AfD-Abgeordneter fragte, ob die Regierung am Ende sei, konterte Merz etwa: „Allein die Ereignisse der letzten Tage beweisen das Gegenteil von dem, was Sie hier gerade beschrieben haben.“Seine Regierungserklärung nutzte der CDU-Chef zunächst, um sich zu den Rentenvorschlägen zu äußern. Die Pläne würden „zu einer dauerhaften Stabilisierung der Alterseinkommen“ mit neuem Gesamtversorgungsniveau führen. Und bekräftigte: „Ich möchte, dass wir sie in vollem Umfang umsetzen.“ Das gelinge aber nur, wenn alle mitarbeiten, sagte Merz im Bundestag und richtete ausdrücklich einen Aufruf an die Abgeordneten, „konstruktiv jetzt in die Beratungen einzutreten“.Die Rente sei für ihn ein zentraler Baustein einer umfangreichen Reformagenda. In der kommenden Woche solle in der Koalition ein Zeitplan abgestimmt werden – bestehend aus zwei Schritten, erklärte Merz.Merz verteidigt Anhebung des EintrittsaltersIm Bundeskabinett sollten zunächst die Eckpunkte verabschiedet werden. Im Anschluss sollen die entsprechenden Gesetzesentwürfe auf den Weg gebracht werden– die Arbeit dafür erfolge über die Sommerpause, erklärt Merz. Er hofft, dass die Rentenreform bis zum Jahresende abgeschlossen werden kann.Auf Kritik an der Rentenreform ging er erst auf Nachfrage der Linken ein. Diese störten insbesondere die Pläne für ein höheres Renteneintrittsalter. Merz verteidigte die geplante Anhebung: „Wenn die Menschen länger leben und älter werden, dann müssen sie auch – um ein auskömmliches Einkommen im Alter zu erzielen – wenigstens einen Teil davon auch länger arbeiten“, sagte der CDU-Politiker. „Das ist möglich, und das werden wir auch machen müssen, damit dieses System in sich trägt.“