PfadnavigationHomePolitikAuslandErdbeben„Raus, raus“ – Venezuelas Interimspräsidentin bei Besuch eines eingestürzten Gebäudes ausgebuhtStand: 02:25 UhrLesedauer: 3 MinutenNach dem schweren Erdbeben in Venezuela laufen die Rettungsarbeiten weiter. Das deutsche THW und andere internationale Hilfstrupps treffen ein, doch es fehlt an allem. „Sind in einem Land mit schwacher Struktur“, sagt Anja Dargatz, Leiterin des Landesbüros in Venezuela.Nach dem verheerenden Erdbeben im südamerikanischen Venezuela ist die Zahl der Todesopfer auf 920 gestiegen. Übergangspräsidentin Rodríguez besucht eines der betroffenen Gebiete – undVenezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez ist bei einem Besuch in einem Erdbebengebiet in Caracas ausgebuht worden. Anwohner und Angehörige von Menschen, die nach dem Einsturz eines Gebäudes unter Trümmern eingeschlossen sind, riefen am Freitag (Ortszeit) „Raus, raus“, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete.Rodríguez besuchte das Gebiet in einem wohlhabenden Viertel der Hauptstadt. Hinter der Absperrung an dem am Mittwoch eingestürzten Gebäude warfen ihr Menschen vor, aus der Katastrophe politisches Kapital schlagen zu wollen. „Es reicht jetzt, inmitten einer Tragödie wie der, die wir gerade erleben, Wahlkampf zu machen“, riefen Anwohner. Zudem warfen sie der Regierung vor, „nichts für das Volk“ zu tun.Die Zahl der Toten ist unterdessen auf 920 gestiegen. Mehr als 3300 Menschen seien verletzt worden, teilte der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, mit. UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher sprach zudem von 50.000 vermissten Menschen. Mit schwerem Gerät sowie mit bloßen Händen suchten Helfer in einem Rennen gegen die Zeit nach Überlebenden. Die Hilfen waren zunächst nur schleppend angelaufen, auch weil auch der internationale Flughafen unweit der Hauptstadt Caracas schwer beschädigt wurde, als zwei Beben der Stärke 7,2 und 7,5 am Mittwochabend das südamerikanische Land erschütterten.Region La Guaira militarisiertBesonders schwer habe es den Bundesstaat La Guaira getroffen, sagte zuvor Interimspräsidentin Delcy Rodríguez vor ihrem Besuch in Caracas. Sie übernahm das Amt, nachdem US-Streitkräfte Staatschef Nicolás Maduro im Januar bei einem Militäreinsatz gefangen genommen hatten, um ihn in den USA vor Gericht zu stellen. „Wir werden die eingeschlossenen Menschen retten“, sagte sie mit Blick auf etliche ihrer Landsleute, die noch immer unter Trümmern vermutet wurden. „Wir arbeiten unermüdlich an dieser Aufgabe.“Lesen Sie auchDie Regierung hat die Region La Guaira militarisiert. Die Streitkräfte hätten die Kontrolle übernommen, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und die Arbeit der Rettungskräfte zu erleichtern, sagte Jorge Rodríguez. Innenminister Diosdado Cabello kündigte die Schließung der Zufahrtsstraßen nach La Guaira aus humanitären und gesundheitlichen Gründen an. „Es ist notwendig, dass alles geordnet und entsprechend der aktuellen Lage abgewickelt wird“, sagte Cabello im Fernsehsender VTV. Damit wolle man verhindern, dass Menschen dorthin reisten, die dort nichts zu tun hätten. Ziel sei, gesundheitliche Risiken zu minimieren sowie die Bergungsarbeiten zu beschleunigen.Der Bundesstaat nördlich der Hauptstadt Caracas, in dem sich der internationale Flughafen und der wichtigste Seehafen Venezuelas befinden, ist zum Katastrophengebiet erklärt worden. Mehr als 70.000 Familien seien dort von den Folgen der Katastrophe betroffen, sagte der Innenminister. Lesen Sie auchDeutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte an, alles für eine schnelle Unterstützung zu unternehmen. „Wir wollen sicherstellen, dass das Hilfsmaterial so schnell wie möglich hinkommt“, sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch auf der Messe IdeenExpo in Hannover. Zur Zahl der Opfer sagte er: „Schätzungen gehen in die Tausende, aber wir wissen es eben noch nicht. Und wir haben gesagt, wir wollen schnell bereitstehen, wenn Anforderungen kommen. Sie sind da.“Die Bundeswehr war zuvor vom niedersächsischen Wunstorf aus mit Transportflugzeugen gestartet, um Hilfsgüter und deutsche Rettungskräfte in das südamerikanische Land zu bringen. An Bord: neben Soldaten zahlreiche Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) sowie tonnenweise Material und Technik. Zu den Hilfsgütern zählen unter anderem Wasserfilter, Feldbetten, Zelte und Generatoren.Laut dem UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten (Ocha) waren Rettungsteams aus mindestens 17 Ländern unterwegs in die Krisenregion oder trafen bereits vor Ort ein. „Was wir derzeit erleben, ist auch eine internationale Mobilisierung von ihrer besten Seite“, sagte Ocha-Sprecher Jens Laerke.AP/dpa/doli/lay
Erdbeben in Venezuela: „Raus, raus“ – Interimspräsidentin bei Besuch ausgebuht - WELT
Nach dem verheerenden Erdbeben im südamerikanischen Venezuela ist die Zahl der Todesopfer auf 920 gestiegen. Übergangspräsidentin Rodríguez besucht eines der betroffenen Gebiete – und













