Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass das katastrophale Tohoku-Erdbeben der Stärke 9,0 im Jahr 2011 die Landmasse Japans im Nachhinein um fünf bis sechs Millimeter in östliche Richtung verschoben hat. Das Phänomen wurde nun von der Geophysikerin Sunyoung Park von der US-amerikanischen University of Chicago und ihrem Team nachgewiesen, wie in einer im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlichten Studie zu lesen ist.Anzeige
Verantwortlich für diese nachträgliche und flächendeckende Bewegung waren sogenannte ScS-Wellen, die tief durch den Erdmantel wanderten und am flüssigen äußeren Erdkern abprallten, um anschließend an die Oberfläche zurückzukehren. Diese speziellen Scherwellen legten dabei eine enorme Strecke von etwa 5.800 Kilometern zurück und trafen rund 15 Minuten nach dem initialen Hauptbeben wieder an der Erdkruste ein.
Verborgene Gefahr im historischen Datenbestand
Dass dieser Vorgang erst 15 Jahre später bemerkt wurde, liegt maßgeblich an der technischen Beschaffenheit der etablierten seismischen Messinstrumente. Diese Systeme sind primär auf schnelle und hochfrequente Erschütterungen ausgelegt, weshalb sie langsame Verschiebungen innerhalb des seismischen Rauschens schlichtweg übersehen.Anzeige














