Ein Fall unfassbarer Gewalt gegen einen wehrlosen Jugendlichen erschüttert Frankreich. Der 17 Jahre alte Louis ist am 19. Juni von fünf jungen Männern in eine Falle gelockt und zu Tode geprügelt worden. Die mutmaßlichen Täter, Jordan S., Kilian T., Mathias T., Lucas P. und Jimmy P., die zwischen 16 und 20 Jahre alt sind, filmten die Gewaltorgie. Laut Polizeikreisen hatten sich die Verdächtigen am Abend mit Louis in Narbonne verabredet. Die Gruppe begab sich zu einer nahegelegenen Baustelle am Ufer eines Kanals. Dort fielen die jungen Männer über den wehrlosen Louis her.Ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Video zeigt, wie sie auf den am Boden liegenden Jugendlichen immer wieder einschlugen, ihn im Gesicht trafen und seinen Kopf mit Fußtritten malträtierten. Ein Täter richtete die Kamera ganz nah auf den röchelnden Louis. Dann schwenkte er die Kamera auf sich selbst und machte ein Siegeszeichen. Die fünf jungen Männer ließen Louis bewusstlos am Tatort liegen. Am nächsten Morgen entdeckte ihn ein Arbeiter. Die Rettungskräfte brachten ihn in das Krankenhaus von Narbonne. Kurze Zeit später wurde Louis aufgrund einer anhaltenden Hirnblutung nach Perpignan verlegt und in ein künstliches Koma versetzt. Eine Notoperation brachte keine Rettung. Louis erlag am Dienstag seinen Verletzungen.Der zuständige Staatsanwalt von Narbonne, Jean-Philippe Rey, geht davon aus, dass Louis bewusst in eine Falle gelockt wurde. Die jungen Männer kannten sich von Heimaufenthalten, das Motiv ist unklar. Rechtsextreme Medien wie Cnews und Frontière stellten die These auf, Louis sei aus „rassistischen Motiven“ zu Tode geprügelt worden. Einige der Täter haben demnach Einwanderungshintergrund.Keine Hinweise auf ein rassistisches MotivDer zuständige Staatsanwalt wies die Vermutungen zurück. Bislang gebe es keine Hinweise auf ein rassistisches Motiv. Die fünf jungen Männer sollen in Polizeigewahrsam ein Teilgeständnis abgelegt haben. Sie wurden für die Zeit der Ermittlungen in Untersuchungshaft genommen. Ihnen droht ein Strafprozess wegen vorsätzlicher Tötung.Ein Zeuge lieferte der Polizei wertvolle Informationen. So soll einer der Täter damit geprahlt haben, Louis geschlagen und ihn bewusstlos zurückgelassen zu haben. Er wies die Ermittler auf ein Tiktok-Video vom Tathergang hin. Der Zeuge soll daraufhin Morddrohungen von einem der mutmaßlichen Täter bekommen haben.Louis war auf Wunsch seiner Familie in einem Heim der Kinder- und Jugendhilfe in Carcassonne untergebracht. Das Personal des Heims wurde von der Polizei vernommen. Die Verdächtigen stammen alle aus der Gegend, sind 20, 19, 17 und 16 Jahre alt und wohnen in Toulouse, Carcassonne, Monestiés und Narbonne. Mindestens drei von ihnen sind im Vorstrafenregister erfasst und haben schon in einer geschlossenen Erziehungsanstalt eingesessen.„Das Leid des jungen Louis, der in Narbonne gelyncht wurde, ist herzzerreißend und schürt bei den Franzosen große Wut angesichts dieser alltäglichen Barbarei“, sagte Marine Le Pen. Sie führte die Verrohung der Jugendlichen auf ausbleibende strafrechtliche Sanktionen zurück. Solange das Jugendstrafrecht nicht verschärft werde, könne die Gewaltspirale nicht durchbrochen werden.
Frankreich: 17-Jähriger von Jugendlichen zu Tode geprügelt
Der Staatsanwalt von Narbonne geht davon aus, dass der 17 Jahre alte Louis gezielt in eine Falle gelockt und zu Tode geprügelt wurde. Die mutmaßlichen Täter legten ein Teilgeständnis ab.











