PfadnavigationHomePolitikDeutschlandFrankreichGruppe lockt 17-Jährigen in Hinterhalt und prügelt ihn zu Tode – Täter stellen Video ins InternetStand: 03:50 UhrLesedauer: 4 MinutenDie französische Polizei hat inzwischen fünf junge Männer festgenommenQuelle: picture alliance/Hans Lucas/Matthieu DelatyNach dem Angriff lassen die Täter ihr Opfer zum Sterben zurück und brüsten sich mit ihrer Attacke im Internet. Der 17-Jährige stirbt fünf Tage später im Krankenhaus. Politikerin Le Pen spricht von „alltäglicher Barbarei“, gefördert von „extremen Linken“.Eine Region steht unter Schock: Ein Jugendlicher wurde in Frankreich von einer Gruppe Gleichaltriger so massiv verprügelt, dass er Tage später im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen starb. Die Täter selbst verbreiteten ein Video ihrer Tat in den sozialen Netzwerken – sie wurden rasch identifiziert und festgenommen. Drei der fünf Verhafteten sind noch minderjährig, die anderen beiden 19 Jahre alt. „Es ist ein Fall von seltener Brutalität“, erklärte ein zuständiger Polizeikommissar bei einer Pressekonferenz. Erste Erkenntnisse deuten laut dem Staatsanwalt darauf hin, dass die Gewalttat „vorsätzlich“ war und die Angreifer den Jungen namens Louis in einen Hinterhalt gelockt haben, um ihn zu Tode zu prügeln. „Die gesammelten Beweise lassen darauf schließen, dass diese äußerst schwerwiegenden Taten vorsätzlich begangen wurden und dass der Angeklagte dem Opfer eine Falle gestellt hatte, indem er es auf eine Baustelle lockte, um es dort zu Tode zu prügeln“, erklärte Jean-Philippe Rey auf einer Pressekonferenz.Lesen Sie auchWährend ihrer Anhörung vor dem Untersuchungsrichter sei der Tod des Opfers der Staatsanwaltschaft bekannt geworden, erklärte der Rey. Es wird daher erwartet, dass die Anklage von versuchtem Mord auf Mord geändert wird. Wie unter anderem die französische Zeitung „L’independant“ berichtet, wohnte Louis aus dem französischen Département Aude in einer Notunterkunft und stand unter Betreuung der Jugendhilfe. Am Abend des 19. Juni verließ er die Einrichtung in Narbonne und ging zu einer Baustelle. Dort soll ihn die Gruppe gezielt abgefangen und massiv misshandelt haben, während die Schläge gefilmt wurden. Lesen Sie auchAuf dem schwer zu ertragenden Video ist unter anderem zu sehen, wie ein Angreifer das bereits am Boden liegende Opfer immer wieder mit massiven Faustschlägen malträtiert, während die anderen danebenstehen, filmen und den Sterbenden verhöhnen und feixen. Deutlich ist im Video zudem zu hören, dass Louis bereits nicht mehr richtig atmet, als er von den Tätern aus nächster Nähe gefilmt wird.Lesen Sie auchDie Täter flüchteten und ließen den 17-Jährigen zum Sterben zurück. Demnach wurde Louis erst am nächsten Morgen gegen 9 Uhr schwerstverletzt und bewusstlos von Feuerwehrleuten entdeckt. Er erlitt schwerste Verletzungen, Blutergüsse an den Augen und im Gesicht und soll aus Mund und Nase geblutet haben. In kritischem Zustand wurde er ins Krankenhaus eingeliefert und ins künstliche Koma versetzt. Fünf Tage später starb Louis.Nach Informationen des Senders CNews kannten sich Louis und die Täter aus verschiedenen Einrichtungen der Jugendhilfe. Der Fernsehsender berichtete zudem, der 17-Jährige sei bereits Anfang des Monats von einigen der späteren Tatverdächtigen angegriffen worden. Ein Video des mutmaßlichen Angriffs kursiert ebenfalls in den sozialen Medien. Möglicherweise habe es sich um einen Racheakt gehandelt, weil das Opfer zuvor Informationen über einen Diebstahl weitergegeben haben könnte. Ein anderes Video soll zeigen, wie sich die Angreifer nach der Tat im Zug amüsieren. Eine offizielle Bestätigung dieser Angaben durch die Ermittlungsbehörden liegt bislang nicht vor.Angreifer haben „kaum Vorstrafen“ und sind teilweise ortsfremdDie heranwachsenden Täter sollen laut Staatsanwaltschaft „kaum“ Vorstrafen haben und teilweise ortsfremd sein. Fotoaufnahmen der angeblichen Angreifer, die ebenfalls im Internet kursieren, lassen auf einen Migrationshintergrund aus Afrika oder dem Nahen Osten schließen. Nähere Angaben zur Nationalität machte die Behörde bislang nicht. Der Fall sorgt in Frankreich für große Empörung – einerseits aufgrund der Brutalität der Tat, andererseits auch, weil das Opfer unter staatlicher Obhut stand. Marine Le Pen machte die linke Politik in Frankreich für die Tat verantwortlich und kündigte Konsequenzen an. „Das Martyrium des 17-jährigen Louis, der in Narbonne gelyncht wurde, bricht das Herz und schürt immense Wut unter den Franzosen angesichts dieser alltäglichen Barbarei, die nicht länger verharmlost, heruntergespielt oder verschwiegen werden kann“, schrieb die Fraktionsvorsitzende des Rassemblement National in der französischen Nationalversammlung in einem Beitrag auf X. „Indem die Machthabenden, unterstützt von der Linken und der extremen Linken, sich beharrlich weigern, Straftaten schnell und wirksam zu bestrafen, senden sie eine verheerende Botschaft aus: die der permanenten Straflosigkeit.“Le Pen kündigte an: „Wir sagen es ganz deutlich: Im Jahr 2027 wird es ein Ende haben mit der Ignoranz, der Verleugnung und der ideologischen Blindheit angesichts dieser Grausamkeit und dieser unerträglichen Gewalt.“saha