In kaum eine Behandlungsmethode ist in den vergangenen Jahren so viel Hoffnung gelegt worden wie in die Gen-Schere Crispr/Cas. Als die Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier und die Biochemikerin Jennifer Doudna sie 2012 vorstellten, schien die Heilung von Erbkrankheiten nur noch eine Frage der Zeit. Crispr galt als molekulares Werkzeug, um defekte Gene präzise herauszuschneiden und durch gesunde zu ersetzen. Doch ausgerechnet dort, wo die Technik am meisten bewirken könnte, scheiterte sie bislang: an Embryonen. Als die Entwicklungsbiologin Kathy Niakan 2017 erstmals Crispr an menschlichen Embryonen einsetzte, schien es zunächst zu funktionieren. Doch weitere Studien zeigten das Problem: Die Schere schnitt zu grob, Chromosomen zerbrachen, Erbgut ging verloren, Embryonen entwickelten sich nicht.
Crispr: Wenn man menschliche Gene einfach repariert - ist das der Durchbruch?
Die Gen-Schere Crispr galt lange als zu ungenau für den Einsatz an Embryonen. Eine neue Technik namens Base Editing zeigt nun erstmals, dass präzise Eingriffe möglich sind.












