PfadnavigationHomeSportFußballWMIran vs. ÄgyptenFragen unerwünscht – Skurrile Pressekonferenz vor dem Pride-SpielStand: 12:14 UhrLesedauer: 4 MinutenBelgien verpasst im zweiten Gruppenspiel den erhofften Befreiungsschlag. De Bruyne, Lukaku und Co. können Irans Torhüter trotz zahlreicher Großchancen nicht überwinden.Ausgerechnet der Iran und Ägypten bestreiten bei der WM ein Duell in Seattle an dem Tag, an dem die Stadt die LGBTQ+-Gemeinschaft ehrt. Abwenden konnten es die Teams nicht. Fragen darüber wollen sie nicht hören.Bevor der iranische Trainer und der Torhüter vor dem WM-Spiel ihrer Mannschaft gegen Ägypten Fragen beantworteten, ergriff ein Fifa-Vertreter das Wort. Daniel Marin, der Exekutivdirektor für Öffentlichkeitsarbeit des Weltfußball-Verbandes, verlas im Hinblick auf die Pride-Feierlichkeiten am Freitag in Seattle eine Erklärung im Namen der iranischen Mannschaft. Ägypten und der Iran gehören zu den Ländern, in denen lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Menschen am stärksten unterdrückt und im Iran sogar mit der Todesstrafe belegt werden. Doch zufällig treffen diese beiden Mannschaften gerade dann aufeinander, während die Gastgeberstadt die LGBTQ+-Gemeinschaft ehrt. Am frühen Freitagmorgen deutscher Zeit ist es so weit (5.00 Uhr, im Sport-Ticker der WELT).„Der Fußballverband der Islamischen Republik Iran hat uns gebeten, die Medien darüber zu informieren, dass er nur bereit ist, Fragen im Zusammenhang mit dem Spiel zu beantworten“, sagte Marin, bevor die eigentliche Pressekonferenz begann. Irans Trainer Amir Ghalenoei und Torwart Alireza Beiranvand saßen neben ihm. Die Fifa und das iranische Team würden „uneingeschränkt das Recht aller Journalisten respektieren, Fragen zu stellen. In diesem Fall bitten wir Sie jedoch, das Recht des Verbandes zu respektieren, heute hier nur Fragen zu beantworten, die sich auf die Mannschaft, die Taktik, das Spiel und so weiter beziehen.“ Die Bitte wurde nur teilweise erhört. Die Nachrichtenagentur AP berichtete sogar, Ghalenoei sei „mit Fragen darüber bombardiert worden, was am Freitag im Lumen Field und rund um das Stadion passieren wird“. Lesen Sie auchSo wurde er gefragt, ob er seine Spieler auf mögliche Regenbogenfahnen auf der Tribüne vorbereitet habe. Das sei ja eine sportliche Frage. „Wenn das Spiel losgeht, ist unser ganzer Fokus auf dem Feld und nicht darauf, was daneben passiert“, sagte der 62-Jährige. Später erklärte er mit Blick auf den Wirbel um das „Pride-Match“: „Wir wollen nicht darüber reden. Wir wollen nur über Fußball reden und was für ein tolles Spiel es ist, was für einen Spaß es machen wird.“Ansetzung parallel zum Pride-Fest reiner ZufallSein ägyptischer Nationaltrainerkollege hatte sich zuvor ähnlich geäußert. „Als Trainer bin ich nur auf Fußball fokussiert. Das ist alles, worüber ich nachdenke“, sagte Hossam Hassan.Das Pride-Fest in Seattle ist ein großes, buntes Festival. Es geht um Vielfalt und Gleichberechtigung, unter anderem sind eine Parade durch die Innenstadt und zahlreiche Konzerte geplant. Die lokalen Organisatoren hatten schon vor der WM-Auslosung entschieden, die Partie als „Pride-Match“ auszurufen. Nachdem dafür dann die Paarung Ägypten gegen Iran angesetzt wurde, was reiner Zufall war, gab es schnell Diskussionen.Beide Fußballverbände sind jedenfalls weit davon entfernt, die Werte des Pride- Festes zu teilen. Sie protestierten vor dem Turnier beim Fußball-Weltverband Fifa gegen das Vorhaben der Stadt, das Spiel als „Pride-Match“ zu zelebrieren – erfolglos.Die lokalen Organisatoren selbst sehen die Ansetzung sogar als Chance. „Für uns ist es umso mehr eine Möglichkeit, Menschen willkommen zu heißen“, sagte Hedda McLendon aus dem lokalen Organisationskomitee: „Es geht über Politik hinaus, es geht über Religion hinaus. Für uns geht es wirklich um unsere Stadt und ich bin sicher, dass Menschen, die für die WM kommen, besonders in Seattle, erfahren werden, was diese Stadt einzigartig macht.“„Regenbogenfahnen sind erlaubt“Die Fifa beteiligt sich zwar nicht mit eigenen Aktionen am „Pride-Match“. Regenbogenfahnen, andere Symbole oder auch Meinungsäußerungen, die Ägypten und dem Iran nicht gefallen, kann es aber geben.Lesen Sie auchIn einer Stellungnahme gegenüber „The Athletic“ erklärte die Fifa, sie betrachte diese Weltmeisterschaft als „inklusives Ereignis“ und fügte hinzu, dass „Regenbogenfahnen und andere Fahnen, die für sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität stehen, gemäß dem Verhaltenskodex für die Stadien der Fifa-Weltmeisterschaft 2026 erlaubt sind“. Seattle gilt als eine der inklusivsten Städte des Landes.Sportlich sieht es in der Partie für Ägypten gut aus. Die Mannschaft um Superstar Mohamed Salah führt die Tabelle der Gruppe G vor dem letzten Spieltag mit vier Punkten an. Für den Iran ist es komplizierter. Die Mannschaft hat sich – trotz der komplizierten politischen und logistischen Lage – bisher zwar gut verkauft und keine der beiden Partien verloren. Aber nur ein Sieg würde das Weiterkommen sichern. Ansonsten hängt es auch vom Parallelspiel ab, das Neuseeland und Belgien bestreiten (5.00 Uhr, ebenfalls im Sport-Ticker der WELT).pk
WM 2026, Iran - Ägypten: Fragen unerwünscht – Skurrile Pressekonferenz vor Pride-Spiel - WELT
Ausgerechnet der Iran und Ägypten bestreiten bei der WM ein Duell in Seattle an dem Tag, an dem die Stadt die LGBTQ+-Gemeinschaft ehrt. Abwenden konnten es die Teams nicht. Fragen darüber wollen sie nicht hören.














