PfadnavigationHomeSportFußballWMNiederlage gegen EcuadorDreimal Note 5 – Deutschland in der EinzelkritikStand: 01:02 UhrLesedauer: 8 MinutenEcuador dreht das Spiel gegen Deutschland. Manuel Neuer will eine Ecke abfangen, greift jedoch im eigenen Fünfmeterraum nicht beherzt genug zu. Gonzalo Plata spitzelt den Ball vorbei am deutschen Torwart. Sehen Sie das 2:1 hier im Video.Die Nationalmannschaft war vor dem dritten Gruppenspiel für die K.-o.-Runde der WM qualifiziert. In der letzten Partie gegen Ecuador zeigt das Team Schwächen. Und verliert. Mehrere Stars enttäuschen.Ihre Vorrunde bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko hat die deutsche Nationalmannschaft mit einer Niederlage abgeschlossen. Sie verlor Donnerstag 1:2 (1:1) in New Jersey, bleibt aber Gruppenerster. Erstmals in diesem Turnier änderte Bundestrainer Julian Nagelsmann die Startelf, ihr Durchschnittsalter betrug 28,7 Jahre – so alt war eine deutsche WM-Elf zuletzt 1998 unter Berti Vogts. Montag (22.30 Uhr, MagentaTV und Liveticker bei WELT) tritt sie nun im Sechszehntelfinale in Foxborough bei Boston an, der Gegner steht erst am kommenden Wochenende fest. Die deutschen Spieler in der Einzelkritik:Manuel Neuer: Der Torwart des FC Bayern war beim 1:1 ohne Chance, er sah den Ball spät. Danach hatte er lange wenig abzuwehren. In drei Spielen hat der 40-Jährige nun insgesamt vier Gegentore hinnehmen müssen. „Der Abschluss ist aus Torhütersicht ganz schwierig, weil er durch die Beine geht. Da kann er nichts machen“, sagte ARD-Experte Bastian Schweinsteiger über die Szene vor dem 0:1. Mitte der zweiten Halbzeit war Neuer zur Stelle und wehrte einen Distanzschuss ab. In der 72. Spielminute fehlte die Abstimmung mit Jonathan Tah, das sorgte für eine große Torchance Ecuadors. Vor dem 1:2 kam der Ball in den Fünfmeterraum, Gonzalo Plata setzte sich von Jonathan Tah ab und traf. Für Neuer eine ganz undankbare und sehr schwierige Szene, weil der Schuss aus sehr geringer Distanz kommt. Abwehrspieler und Torwart machen keine glückliche Figur. Neuer hat bei dieser WM mehr Gegentore bekommen als Torschüsse abgewehrt (drei). Lediglich 43 Prozent der Torschüsse wehrte er bei dieser WM ab. Note: 5Joshua Kimmich: Der deutsche Kapitän bestritt sein 113. Länderspiel und zog mit Weltmeister Philipp Lahm auf Rang acht der deutschen Bestenliste gleich. Er trieb und führte seine Mannschaft an, doch auch ihm gelang längst nicht alles. In den Zweikämpfen gewohnt bissig, gewann immer mal wieder den Ball zurück. Eine halbe Stunde vor Ende der Partie wechselte Bundestrainer Julian Nagelsmann ihn aus. Das kommt beim Kapitän auch selten vor, Grund dürfte die Belastungssteuerung des Trainers gewesen sein. Note: 4Ab der 60. Spielminute: Malick ThiawLesen Sie auchFür den Verteidiger war es ebenfalls der erste Einsatz bei dieser WM. Er musste sofort die Zweikämpfe annehmen. Das gelang ihm oft. Er klärte nach einem Freistoß per Kopf im Strafraum. In der Endphase hatte die gesamte Defensive immer wieder Probleme. Note: 4Lesen Sie auchJonathan Tah: Er ist der neue Boss in der Abwehr, hatte sein Nebenmann Antonio Rüdiger kürzlich gesagt. Der Innenverteidiger des FC Bayern gewann immer wieder wichtige Zweikämpfe und strahlte lange meist Sicherheit aus. Setzte seinen Körper immer wieder gut ein, unter anderem Anfang der zweiten Halbzeit gegen Enner Valencia. Ohne ihn hätte Deutschland noch mehr Probleme gehabt. Doch vor dem 1:2 verlor er den entscheidenden Zweikampf. Note: 4Antonio Rüdiger: Der Defensivprofi von Real Madrid spielte bei dieser WM erstmals von Beginn an, es war sein erster Startelf-Einsatz in der Nationalelf seit gut einem Dreivierteljahr. Er ersetzte den verletzten Nico Schlotterbeck. Die Abstimmung in der Abwehrkette stimmte nicht immer. Folgenreiche Fehler hatte er aber auch nicht in seinem Spiel, mit einem langen Ball suchte er in der zweiten Halbzeit Kai Havertz. Mit ihm in der Innenverteidigung war die Defensivkette nicht immer stabil. Note: 4David Raum: RB Leipzigs Kapitän ersetzte auf der linken Abwehrseite den angeschlagenen Nathaniel Brown, der nach der WM von Eintracht Frankfurt für 55 Millionen Euro zum FC Bayern wechselt. Für Raum war es der erste Einsatz bei dieser WM, das erste Spiel als Teil der Startelf seit dem 4:3 im Test gegen die Schweiz im vergangenen März. Er spielte recht offensiv und nutzte seine Freiräume auf der linken Seite, forderte immer wieder den Ball und flankte gefährlich auf Kai Havertz. Insgesamt kam aber zu wenig Zählbares in der Offensive dabei raus. Und die Abstimmung mit Antonio Rüdiger muss besser werden, wenn die deutsche Mannschaft in diesem Turnier weit kommen will. Note: 4Aleksandar Pavlovic: Er will der beste Sechser der Welt werden, sagte der 22-Jährige vor wenigen Tagen selbstbewusst im exklusiven Interview mit WELT AM SONNTAG. Gegen Ecuador leitete er kurz nach Anpfiff das 1:0 von Leroy Sané an. Eine umstrittene Szene, sein Bein war hoch in dem Zweikampf. Viele Experten finden, dass der Treffer wegen Pavlovics Aktion nicht hätte zählen dürfen. Der Mittelfeldprofi verlor in der ersten Halbzeit im Spielaufbau den Ball, eine ungewohnte Szene für ihn. Kurz vor der Halbzeitpause unterlief ihm erneut ein Fehlpass, der im Seitenaus landete. Musste sich nach seiner Gelben Karte nach einem Foul kurz vor der Pause in Zweikämpfen etwas zurückhalten. Bundestrainer Julian Nagelsmann reagierte und wechselte ihn zur zweiten Halbzeit aus. Note: 5Ab der 46. Spielminute: Angelo StillerFür den Profi vom VfB Stuttgart war es der erste Einsatz bei einer WM überhaupt. Er fügte sich recht gut in das Spiel der Deutschen ein. Doch die Pässe in die Tiefe, welche die Deutschen an diesem Tag gebraucht hätten, kamen auch mit ihm zu selten. In der Defensive klärte er in der Endphase der Partie in einer ganz wichtigen Situation und bewahrte Deutschland zunächst noch vor dem Rückstand. Auch er konnte die Niederlage nicht verhindern. Note: 4Felix Nmecha: In den ersten beiden Gruppenspielen war er einer der besten Deutschen – wenngleich er an zwei Gegentoren beteiligt war. Auch diesmal wieder, vor dem 1:1 sprang ihm der Ball bei der Annahme zu weit vom Fuß. „Der Ballverlust vor dem 1:1 darf nicht passieren“, sagte Weltmeister Mats Hummels bei MagentaTV. Wenig später probierte Nmecha es mit einem Schuss aus der Distanz. Er hatte in seinem Spiel einige Unsicherheiten, war aber präsent und leitete immer wieder Angriffe ein. Mit Pavlovic und ihm war die deutsche Zentrale an diesem Donnerstag in New Jersey insgesamt mitunter aber oft nicht kompakt, stabil und offensivstark genug. Note: 5Ab 64. Spielminute: Maximilian BeierNote: Ohne BewertungLeroy Sané: Viele hatten vermutet, dass Julian Nagelsmann ihn in diesem Spiel zunächst draußen lassen würde. Doch der Bundestrainer setzte weiter auf Sané als rechten Außenspieler. Er zahlte das Vertrauen nach rund zwei Minuten zurück, als er nach einem Einwurf und einer Vorlage von Florian Wirtz mit links zum 1:0 traf. Danach arbeitete er defensiv sehr viel, rettete Mitte der ersten Halbzeit nach einem Sprint von nahe der Mittellinie im eigenen Strafraum. Sané gewann in den ersten 45 Minuten 75 Prozent seiner Zweikämpfe, brachte 93 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler und erzielte sein erstes Turniertor. Sein Foul Anfang der zweiten Halbzeit führte dazu, dass der kurz danach folgende Elfmeter für Deutschland nach Videobeweis zurückgenommen wurde. Stand oft richtig, um auch per Kopfball lange Pässe von Ecuador abzuwehren und war wichtiger Faktor im Pressing der deutschen Auswahl. Er hätte in der Schlussphase das 2:1 erzielen können, scheiterte aber mit einem schwachen Schuss an Ecuadors Torwart. Diese ausgelassene Chance rächte sich für seine Mannschaft. Note: 4Jamal Musiala: Der Spielgestalter der Deutschen arbeitete in der ersten Halbzeit viel im Pressing mit, konnte zunächst jedoch wenig Akzente setzen. In der 35. Spielminute spielte ihn Florian Wirtz frei, doch Ecuadors Abwehr blockte Musialas Schuss. Er zog immer wieder in den Strafraum, spielte kurz vor der Pause aber auch einen Fehlpass – Aleksandar Pavlovic musste es ausbügelt und sah für ein Foul in der Situation die Gelbe Karte. Musiala blockte mehrfach Pässe im Aufbauspiel Ecuadors und war weit vorn quasi einer der ersten deutschen Verteidiger. In der Offensive hatte er es schwer, die Spieler Ecuadors attackierten ihn immer wieder hart, es war ein aufreibendes Spiel für Musiala, der oft auf dem Rasen lag. Note: 4Florian Wirtz: Begann das Spiel mit einem Fehlpass ins Seitenaus. Wenig später war er hellwach und bereitete nach einem Einwurf und der Vorarbeit von Aleksandar Pavlović das 1:0 vor. Mitte der ersten Halbzeit spielte er einen Fehlpass nach hinten, der Ecuador einen gefährlichen Angriff ermöglichte. Der Jungstar des FC Liverpool war umtriebig, aber nicht so im Spiel wie erhofft. Verlor immer mal wieder den Ball. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zögerte er zu lange, als er im Strafraum vielversprechend an den Ball kam. Hatte einen großen Aktionsradius, doch die Effektivität fehlte. Note: 4Ab 73. Spielminute: Pascal GroßNote: Ohne BewertungKai Havertz: Der Stürmer des FC Arsenal riss mit seinen Laufwegen immer wieder Lücken in der Abwehr des Gegners. In der 25. Spielminute kam er nach einer Flanke David Raums zum Kopfball, dieser war aber zu unplatziert und kein Problem für Ecuadors Torwart. Einige seiner Pässe kamen nicht an. Ein schwieriges Spiel für ihn als einzige Spitze. Er probierte alles, doch er hatte schon bessere Tage. Note: 4Ab der 60. Spielminute: Deniz UndavDer Angreifer des VfB Stuttgart ist bislang der deutsche Spieler dieser WM. Viele Experten und Fans hatten gedacht, dass er von Anfang an spielen würde. Nach seiner Einwechslung sorgte er sofort für Torgefahr, als er Florian Wirtz bei einem Konter freispielte. Nach zwei Gala-Auftritten als Joker mit insgesamt drei Toren und zwei Vorlagen konnte er das Spiel dieses Mal nicht prägen. In der Nachspielzeit schoss er ans Außennetz. Note: 4Julien Wolff und Lars Gartenschläger sind Redakteure im Sportkompetenzcenter. Sie berichten für WELT seit Jahren über die Nationalmannschaft. Seit über drei Wochen sind sie für die Redaktion in den USA und schreiben von dort aus über die deutsche Auswahl bei der WM. Beim Spiel gegen Ecuador saßen sie in der Pressebox des Stadions in New Jersey.
Deutschland – Ecuador: Dreimal Note 5 – die DFB-Elf in der Einzelkritik - WELT
Die Nationalmannschaft war vor dem dritten Gruppenspiel für die K.-o.-Runde der WM qualifiziert. In der letzten Partie gegen Ecuador zeigt das Team Schwächen. Und verliert. Mehrere Stars enttäuschen.













