PfadnavigationHomeSportFußballWMMehr Gegentore als Paraden„Zu ängstlich“ – Debatte um Neuer, doch der weist alle Vorwürfe zurückStand: 01:42 UhrLesedauer: 3 MinutenEcuador dreht das Spiel gegen Deutschland. Manuel Neuer will eine Ecke abfangen, greift jedoch im eigenen Fünfmeterraum nicht beherzt genug zu. Gonzalo Plata spitzelt den Ball vorbei am deutschen Torwart. Sehen Sie das 2:1 hier im Video.Fehler, Kritik, schlechte Zahlen: Deutschlands Niederlage gegen Ecuador wirft auch Fragen zu Torwart Manuel Neuer auf. Der 40-Jährige sieht das selbst völlig anders.Deutschland hat sein finales Gruppenspiel bei der WM gegen Ecuador 1:2 (1:1) verloren und dämpfte damit die zuletzt aufgekommene Euphorie um die Nationalmannschaft. Zwar stand das Team bereits vor der Partie bereits als Gruppensieger fest, dennoch sollte unbedingt ein Sieg her, um die Stimmung und den Glauben hochzuhalten. Das misslang, Ecuador gewann verdient. Und das lag durchaus auch an Manuel Neuer. Der 40 Jahre alte Routinier wurde kurz vor dem Turnier ja von Nagelsmann reaktiviert, nachdem er vor zwei Jahren aus der Nationalmannschaft zurückgetreten war. Nun ist er wieder die Nummer eins und löste den ausgebooteten Oliver Baumann ab. Absolvierte Neuer bislang eine eher unauffällige WM, änderte sich dies gegen Ecuador, allerdings nicht im positiven Sinne. Gleich zweimal zeigte er im Zusammenspiel mit Abwehrchef und FC-Bayern-Teamkollege Jonathan Tah massive Unsicherheiten und Absprache-Probleme. Das erste Missverständnis endete noch folgenlos: Neuer griff ins Leere, weil Tah ihm den Ball wegspitzelte.„Neuer sieht ganz schlecht aus“Der zweite Vorfall mündete im entscheidenden 1:2. Nach einer Ecke gelang es Tah nicht, den Ball zu klären. Neuer wollte ihn fangen, merkte aber nicht, dass ein gegnerischer Spieler gedankenschneller war. Gonzalo Plata traf ins Tor. Mit der von Neuer eigentlich gewohnten körperlichen Entschlossenheit wirkte dieses Gegentor verhinderbar. So sah es auch Lothar Matthäus, der bei „Bild“ sagte: „Neuer sieht ganz schlecht aus, kurz vorher geht er ja auch schon viel zu zögerlich hin. Sicherheit sieht ganz anders aus (...) Er war zu ängstlich. Das ist nicht Manuel Neuer, wie wir ihn kennen.“Lesen Sie auchNeuer selbst sah das komplett anders. Er gab zu Protokoll, sich richtig verhalten zu haben. „Ich wollte den Ball einfach nur fangen. Das wäre auch die sicherste Lösung gewesen“, so der Torwart. Auf die Frage, ob er das Gegentor auf seine Kappe nehme, antwortete er bestimmt: „Auf gar keinen Fall.“Rückendeckung von NagelsmannDass Nagelsmann seine durchaus umstrittene Entscheidung jetzt durchziehen und Neuer öffentlich schützen muss, liegt auf der Hand. Und so sagte er: „Es ist wieder extrem ärgerlich für Manu, dass er so die Winner-Aktion leider noch nicht hatte. Die Abschlüsse waren alle eklig.“Lesen Sie auchIn Zahlen ausgedrückt, liest sich das dann so: Neuer hat bei dieser WM mehr Gegentore kassiert (vier) als Torschüsse abgewehrt (drei). Damit wehrte er bislang nur 43 Prozent der Bälle auf sein Tor ab. In jeder Partie war jeweils der erste Ball drin. Lesen Sie auchNeuer spielt bei dieser Weltmeisterschaft wegen seiner Aura, vor der die Gegenspieler mental in die Knie gehen sollen. Nun steht die K.-o.-Runde an und damit die Zeit, in der diese Aura ihre Wirkung entfalten sollte.SUF