Die Hitze trifft Westeuropa mit voller Wucht. Mehrere Länder melden Rekorde, Warnungen und Einschränkungen. Der Deutsche Wetterdienst hält eine historische Hitzewelle für möglich. An diesem Freitag könnten in Deutschland erstmals 40 Grad im Juni fallen. Die höchsten Werte erwartet der DWD zwischen Oberrhein und Rhein-Main-Gebiet. Deutschlandweit rechnet er mit 35 bis 39 Grad.Schon die Nacht zu Donnerstag stellte einen Rekord ein. In Bad Bergzabern sank die Temperatur nicht unter 26,2 Grad. Es war die wärmste Nacht seit Beginn der Messungen.Die Deutsche Bahn (DB) befürchtet wegen der aktuellen Hitzewelle Störungen im Zugbetrieb und rät von Reisen ab. Die Infrastruktur werde durch die Temperaturen und weitere Probleme wie Böschungsbrände oder Starkregen massiv beeinträchtigt, warnte der Konzern. Reisende können Fernverkehrstickets kostenlos stornieren.Frankreichs Schulen bleiben geschlossenFrankreichs Premierminister Sébastien Lecornu rief die höchste Alarmstufe im Gesundheitswesen aus. Kliniken können nun nicht dringende Operationen verschieben. Rund 13.500 Schulen sollten am Donnerstag geschlossen bleiben.In Paris wurde am Mittwoch der Wert von 40,9 Grad gemessen. Damit wurde ein neuer Juni-Rekord aufgestellt. Dagegen wurden im Südwesten Frankreichs bereits am Dienstag 44,3 Grad registriert – die höchste Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen vor fast 80 Jahren.Höchste Warnstufe in EnglandGroßbritannien verzeichnete am Donnerstag einen neuen Temperaturrekord für Juni. Die Temperaturen im Südwesten Englands stiegen nach Angaben des britischen Wetterdienstes Met Office auf der Onlineplattform X auf 36,4 Grad. Bereits am Mittwoch war der frühere Juni-Rekord von 36,1 Grad aus den Jahren 1957 und 1976 gebrochen worden.Für weite Teile Südenglands hatte Met Office am Mittwoch die höchste Warnstufe ausgerufen. Zuvor war dies nur einmal, im Juli 2022, geschehen. Für London und den Südosten Englands wurde die höchste Alarmstufe bis Freitagabend verlängert. Erwartet wurden bis zu 36 Grad im Schatten, örtlich bis 38 Grad.Auch die Niederlande warnen vor der Hitze. Das Wetterinstitut KNMI gab für Freitag fast landesweit die seltene rote Warnstufe aus.Rekorde in der Schweiz und in SpanienMit 38 Grad in Basel erreichte die Schweiz am Donnerstag die höchste jemals im Monat Juni gemessene Temperatur. Damit sei der bisherige Juni-Rekord von 36,9 Grad aus dem Jahr 1947 gebrochen, teilte der Schweizer Wetterdienst Meteoschweiz mit. Auch vor fast acht Jahrzehnten war die höchste Juni-Temperatur in der Stadt Basel nahe der Grenze zu Deutschland und Frankreich gemessen worden.Spanien verzeichnete während der ersten großen Hitzewelle des Jahres die heißesten Juni-Tage seit Beginn vergleichbarer Messungen 1950. Montag und Dienstag seien mit Durchschnittswerten über 28 Grad um rund sieben Grad wärmer als alle anderen Juni-Tage der vergangenen Jahrzehnte gewesen, teilte der Sprecher der nationalen Wetterbehörde Aemet, José Ángel Núñez, mit, wie spanische Medien übereinstimmend berichteten.Viele Hitzetote und BadeunfälleDie Hitze hat bereits zahlreiche Todesfälle und Unfälle zur Folge. In Frankreich ertranken seit Beginn der Hitzewelle mindestens 48 Menschen beim Versuch, sich beim Schwimmen abzukühlen. Zudem starben drei Kleinkinder in überhitzten Autos. In Deutschland kamen seit Ende vergangener Woche bei Badeunfällen mehr als 20 Menschen ums Leben.Aus Italien wurden fünf hitzebedingte Todesfälle gemeldet. In London registrierten die Rettungsdienste am Mittwoch wegen der „extremen Hitze“ einen „historischen Rekord an Notfalleinsätzen“. Sie rückten zu 642 lebensbedrohlichen Notfällen aus, darunter Menschen mit Herzinfarkten oder Patienten, die nicht atmeten, wie der Dienst der Londoner Ambulanzen mitteilte.
Hitzewelle in Europa: Hitzerekorde und Warnstufen
Die aktuelle Hitzewelle zieht in Europa Bahngleise, Klassenzimmer und Krankenhäuser in Mitleidenschaft – und könnte schon bald in Deutschland als historisches Wetterereignis gelten.











