Mit einem Unternehmensbesuch in Cannes hat am Donnerstag das erste französisch-italienische Gipfeltreffen seit Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags begonnen. Eigentlich wollten sich die Regierungen in Rom und Paris nach deutsch-französischem Vorbild jedes Jahr auf höchster Ebene abstimmen.Aber an die Verpflichtungen des 2021 unterzeichneten, dem Élysée-Vertrag nachempfundenen Trattato del Quirinale hielten sich beide Seiten zunächst nicht. Seit Ministerpräsidentin Giorgia Meloni mit Donald Trump über die Iran-Politik in Streit geraten ist, hat sich das Verhältnis zu Emmanuel Macron verbessert.„Wir brauchen einander“, hieß es vor dem französisch-italienischen Ministerrat. Die Gespräche finden in der Villa Eilenroc in Antibes, einer prächtigen Residenz aus dem 19. Jahrhundert mit Blick auf das Mittelmeer, statt. Konkret soll die Kooperation zwischen Frankreich und Italien in den Bereichen Verteidigung, Raumfahrt, Energie und Infrastruktur vertieft werden.Glücklich über Melonis AnwesenheitMacron und Meloni haben sich nach allerlei Irritationen angenähert. „Ihre Beziehung war nie einfach, sie ist nicht gerade von großer Vertrautheit geprägt, aber sie hat sich stabilisiert“, sagt Clément Beaune, Macrons ehemaliger Europaminister.Die Bilder von Melonis Ankunft beim G-7-Gipfel vergangene Woche wurden vom Élysée mit dem Lied Felicità („Glück“) von Al Bano und Romina Power unterlegt. Damit sollte der Italienerin signalisiert werden, wie glücklich man über ihre Anwesenheit ist.Vor allem die Migrationsfrage hatte immer wieder zu heftigen Konflikten zwischen Rom und Paris geführt. Doch Macrons Kurs ist inzwischen pragmatischer. Hielt er um den Jahreswechsel 2022/2023 Meloni bei der Blockade von Flüchtlingsschiffen noch eine „inhumane Haltung“ vor, hat er sich nun auch einer härteren Politik verschrieben.Dennoch lehnt Macron die von Italien und auch Deutschland geplanten Abschiebezentren außerhalb der EU ab. „Ich bin nicht sicher, dass das unser Europa ist“, sagte er. Frankreich will keine Rückkehrzentren in Drittstaaten errichten, weil „ich weder glaube, dass sie effizient sind, noch dass sie unseren Prinzipien entsprechen“, sagte Macron. Thema in Antibes ist auch die Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke Lyon–Turin. Die Tunnelarbeiten sollen 2033 abgeschlossen sein.
Treffen in Antibes: Macron wirbt um Melonis Gunst
Beim Ministerrat in Antibes vertiefen die französische und die italienische Regierung ihre Zusammenarbeit – nach Jahren spannungsreicher Migrationsdebatten.













