Das Verteidigungsministerium zieht rund fünf Monate nach dem Start des Versands von Fragebögen an junge Menschen eine positive Bilanz. Zum Stichtag 18. Juni 2026 seien fast 300 000 Anschreiben versendet worden. Etwa die Hälfte davon ging an junge Männer, die zu 96 Prozent geantwortet hätten. Gefragt werden die jungen Menschen nach ihrer Bereitschaft, Wehrdienst zu leisten.Bei den Männern hat dann immerhin mehr als jeder Fünfte ein Interesse an einem Dienst in der Bundeswehr gezeigt. Bei ihnen seien den Ministeriumsangaben zufolge bereits etwa 1500 Musterungen und Auswahlverfahren vorgenommen worden. Allerdings sind bislang nur etwa 530 Interessierte für 2026 für einen Wehrdienst fest eingeplant.Bei den etwa vier Prozent Männern, die den Fragebogen nicht beantwortet hätten, prüft das Ministerium nun die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens. Die Rücklaufquote bei Frauen und nicht-binären Personen, die nicht zur Beantwortung des Fragebogens verpflichtet sind, liege bei rund vier Prozent.Junge Männer müssen den Bogen verpflichtend ausfüllen, denn nach dem Grundgesetz ist eine Wehrpflicht nur für Männer möglich. Für alle anderen ist dies freiwillig. Der Dienst selbst ist nach dem Willen von Bundesregierung und der Mehrheit des Bundestags weiter freiwillig und nun mit zusätzlichen Anreizen versehen.Insgesamt ein deutlicher Anstieg der BewerbungenInsgesamt ist die Zahl der Bewerbungen fünf Monate nach dem neuen Wehrdienst dem Verteidigungsministerium zufolge deutlich gestiegen: Im laufenden Jahr seien bislang rund 38 500 Bewerbungen (plus 24 Prozent zum Vorjahreszeitraum) und rund 11 000 Einstellungen (plus 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) für alle Laufbahnen registriert worden.Das Gesetz für den neuen Wehrdienst war am 1. Januar in Kraft getreten. Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten Nato-Ziele. So soll die aktive Truppe von zuletzt mehr als 180 000 Männern und Frauen um 80 000 auf 260 000 Männer und Frauen wachsen. Zudem soll es 200 000 Männer und Frauen in der Reserve geben. Auch wurden der Sold für die Soldatinnen und Soldaten erhöht und neue Dienstzeitmodelle eingeführt.