Fragebögen der Bundeswehr : Jeder Fünfte zeigt Interesse am Wehrdienst25.06.2026, 11:00Lesezeit: 2 Min.300.000 Fragebögen hat die Bundeswehr seit Jahresbeginn verschickt, 96 Prozent der Männer haben geantwortet. Verpflichtet haben sich bislang aber nur wenige von ihnen.Rund fünf Monate nach der Einführung des neuen Wehrdienstgesetzes sind fast 300.000 Fragebögen an junge Männer und Frauen in Deutschland verschickt worden. Von ihnen verpflichteten sich bislang aber nur etwa 530 Freiwillige für den Wehrdienst, wie aus einer am Mittwochabend veröffentlichten Auswertung des Bundesverteidigungsministeriums hervorgeht.Von den Männern hätten rund 96 Prozent geantwortet, teilte das Ministerium weiter mit. Bei den verbleibenden vier Prozent werde nun die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens geprüft. Die Rücklaufquote bei den Personen anderen Geschlechts, die nicht zur Beantwortung des Fragebogens verpflichtet sind, liege bei rund vier Prozent.Auf einer Skala von 0 bis 10 wird mit dem Fragebogen erhoben, ob ein Interesse an einem Dienst bei der Bundeswehr besteht. Mehr als jeder fünfte Mann habe mindestens einen Wert von 1 genannt und damit ein Mindestinteresse signalisiert, teilte das Ministerium mit. Bei ihnen seien bereits rund 1.500 Musterungen und Auswahlverfahren durchgeführt worden. Zudem gebe es viele Interessierte, die aufgrund ihres Schulbesuchs oder einer Ausbildung erst in ein oder zwei Jahren verfügbar seien, so das Verteidigungsministerium. Für den neuen Wehrdienst, bei dem sich Interessenten für bis zu zwei Jahre verpflichten können, gebe es aktuell rund 10.000 ⁠Einplanungen für 2026.Ein Viertel mehr Bewerbungen als im vergangenen JahrAuch bei der klassischen Rekrutierung verzeichnet die Bundeswehr derzeit nach eigenen Angaben deutliche Zuwächse. Im laufenden Jahr seien rund 38.500 Bewerbungen eingegangen, fast ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Einstellungen stieg nach Angaben des Verteidigungsministeriums zudem um 13 Prozent auf 11.000.Das Gesetz für den neuen Wehrdienst war am 1. Januar in Kraft getreten. Ziel des Gesetzes ist es, die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldaten bis 2035 von derzeit gut 184.000 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen.